SWR-Bericht: Sicherheitsrelevante Signalstörungen im Raum Bretten wurden jahrelang nicht beseitigt

Der Südwestrundfunk (SWR) und die ARD-Sendung „Plusminus“ haben am Mittwoch einen Fernsehbericht ausgestrahlt, in dem schwere Vorwürfe gegen die Deutsche Bahn erhoben wurden: So sollen im Raum Bretten mehrere Signale jahrelang nicht korrekt funktioniert haben. Das Eisenbahn-Bundesamt als zuständige Aufsichtsbehörde stufte die Situation sogar als „hoch sicherheitsrelevanten“ Fehler ein.


Auf der Bahnstrecke zwischen Heidelberg und Stuttgart, im Raum Bretten (Kreis Karlsruhe), sollen über mehrere Jahre insgesamt fünf Signale nicht korrekt funktioniert haben. Bei den Signalen handelt es sich dem Bericht zufolge um Selbsttätige Blocksignale (Sbk) der freien Strecke. Laut internen Schreiben des Eisenbahn-Bundesamtes (EBA) wurde der Fehler als „hoch sicherheitsrelevant“ eingestuft, wodurch eine „sichere Zugfolge nicht gewährleistet“ sei. Die Störungen, die offenbar bereits seit 2015 bekannt waren, seien teils so gravierend, dass es „zu Zusammenstößen von Zügen mit den damit verbundenen Risiken für Leib und Leben“ hätte kommen können, schreibt das EBA in einem Bescheid aus dem Jahr 2016. Die Bahn habe den Fehler jahrelang nicht hinreichend ernst genommen, heißt es. Zuständig für die Infrastruktur ist die Deutsche-Bahn-Tochter DB Netz. 2017 drohte die Aufsichtsbehörde sogar mit einem Zwangsgeld in Höhe von 300.000 Euro, sollten die Sicherheitsmängel nicht behoben werden.

Auf dem besagten Streckenabschnitt seien die „relevanten Teile der Leit- und Sicherungstechnik bereits erneuert“ worden, teilte die Deutsche Bahn dem Bericht zufolge mit. Zudem sei der sichere Bahnbetrieb „stets gewährleistet“. Von Seiten der Aufsichtsbehörde hieß es nach SWR-Informationen auf Nachfrage, dass die Bahn mittlerweile dabei sei, die komplexe Fehlersituation aufzuarbeiten.


red – aktualisiert, Titelfoto: Bahnblogstelle (Symbolbild/Archiv)

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