Umweltverbände und Gewerkschaften kritisieren geplante S-Bahn-Ausschreibung in Berlin

Gewerkschaften und Umweltverbände üben massive Kritik an der geplanten S-Bahn-Ausschreibung in Berlin. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und die Naturfreunde Berlin haben dazu eine gemeinsame Erklärung verabschiedet.


In einer gemeinsamen Erklärung von Umweltverbänden und Gewerkschaften heißt es, dass die geplante Ausschreibung des S-Bahn-Verkehrs in Berlin „nicht geeignet“ sei, den Ausbau des dortigen Schienenpersonen-Nahverkehrs (SPNV) voranzubringen. Dabei seien SPNV und Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) insgesamt das „Rückgrat einer klimagerechten Verkehrswende“.

Man sehe zwar durchaus Probleme durch die internen Schnittstellen bei der Deutschen Bahn AG. Die Organisationen warnen aber: „Dieses Problem wird durch die Aufteilung auf mehrere Betreiber nicht kleiner, sondern größer“. Sie verweisen beispielsweise auf aktuelle Probleme im Ruhrgebiet und in Stuttgart. Auch den Zwang zum Bau einer Werkstatt in Berlin sehen die Gewerkschaften und Verbände kritisch. Die vom Senat bezifferten Kosten seien zu niedrig angesetzt. Außerdem würden Gelder eingesetzt, „die dem SPNV-Ausbau an anderer Stelle fehlen werden.“

Und schließlich monieren DGB, EVG, BUND und Naturfreunde, dass der vorgesehene Personalübergang „nicht auf Basis des aktuell für die S-Bahn gültigen EVG-Tarifvertrages“ erfolgen soll. Das werde Einbußen für die Beschäftigten zur Folge haben. Daher sei es fraglich, ob S-Bahner in ausreichender Zahl zu einem möglichen neuen Betreiber wechseln würden.

Deshalb fordern die vier Organisationen, dass die Ausschreibung verändert werden müsse. „Je weniger unterschiedliche Betreiber, desto weniger Schnittstellen und umso stabiler der Betrieb“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung. Auf den Zwang zum Bau einer neuen Werkstatt solle verzichtet werden. Außerdem müsse ein „verpflichtender Beschäftigtenübergang zu bestehenden Arbeits- und Sozialbedingungen“ erfolgen.


red, Titelfoto: Bahnblogstelle (Archiv)

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