Nachtzugverkehr: Bundesregierung und Deutsche Bahn wollen keine Wiederaufnahme des Schlafwagenbetriebs

Auch drei Jahre nach der Einstellung des Nachtzugverkehrs hält die Deutsche Bahn weiter an der derzeitigen Strategie fest. Eine Wiederaufnahme von Nachtzugverbindungen mit Schlafwagen sei nicht geplant, heißt es in einer Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Aktuell setzt die Deutsche Bahn nachts nur Intercity- und ICE-Züge ein. Die DB unterstütze allerdings „die klassischen Nachtzugverkehre anderer Anbieter“ zum Beispiel mit Lokomotiven, Personal und im Vertrieb, heißt es weiter. Außerdem werde die Bundesregierung dem DB-Konzern „aufgrund des schlechten Kosten-Nutzen-Verhältnisses“ kein Geld zur Wiedereinführung des Schlafwagenbetriebs bereitstellen.

Die Deutsche Bahn hatte ihr eigenes Angebot an Schlafwagen-Zügen im Dezember 2016 eingestellt, nachdem es im letzten Betriebsjahr nur noch 181.000 Schlafwagen-Buchungen gegeben hatte. 2014 lag die Zahl der Buchungen noch bei 232.000. Dem Bericht zufolge teilte das Verkehrsministerium im Antwortschreiben mit, dass derzeit acht verschiedene Nachtzuganbieter in Deutschland verkehren – unter anderem aus Polen, Russland, Ungarn und Österreich.


red, Titelfoto: DB AG (Archiv)

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