Setzrisse im Bahndamm: Umfangreiche Reparaturen zwischen Münster und Lünen erfordern achtmonatige Streckensperrung

Aufgrund von Rissen im Bahndamm zwischen Münster und Lünen muss die dortige Strecke ab Anfang Januar 2020 für acht Monate gesperrt werden. Während der Bauzeit werden auf insgesamt mehr als fünf Kilometern (jeweils auf beiden Gleisseiten) rund 8500 Stahlwände à 1,20 Meter eingebracht und miteinander verspannt.


Auf dem Streckenabschnitt zwischen Münster und Lünen beginnen ab Januar 2020 umfangreiche Reparaturmaßnahmen im Bereich des Bahndamms. Innerhalb von acht Monaten soll dort der Einbau eines Spundwand-Stützbauwerks in den Dammkörper erfolgen, um diesen langfristig zu stabilisieren, teilt die Deutsche Bahn mit. Dabei werden auf einer Gesamtlänge von rund fünf Kilometern in zwei Bereichen (Werne und Ascheberg) beidseitig der Gleise Spundwände eingebracht und horizontal miteinander verspannt. Die Baukosten für die Sanierung liegen bei über 30 Millionen Euro.

Bereits seit Oktober laufen unterschiedliche Vorbereitungen: Zunächst sind Kampfmittelsondierungen und Kabelarbeiten erfolgt, anschließend waren zudem Vegetationsarbeiten nötig, um die Zuwegung zum Gleis herzustellen. Für die nun anstehenden Sanierungsarbeiten wird die Strecke zwischen Lünen und Davensberg ab dem 6. Januar vollständig gesperrt. DB-Angaben zufolge sollen die Arbeiten bis zum Ende der NRW-Sommerferien 2020 abgeschlossen sein. Der Fernverkehr wird in dieser Zeit umgeleitet, der Regionalverkehr der Eurobahn wird durch Busse ersetzt.

Um die Bauzeit auf ein Minimum von acht Monaten zu reduzieren und die Sperrpause möglichst effizient zu nutzen, sollen die Arbeiten parallel in beiden Abschnitten erfolgen. Im Teilbereich Werne ist geplant, die Arbeiten vom Bahnhof Werne in südlicher Richtung nach Lünen über eine Länge von gut drei Kilometern durchzuführen; im Bereich Ascheberg wird sich die Arbeitsrichtung über eine Länge von knapp zwei Kilometern nach Norden Richtung Davensberg erstrecken. Wie die Deutsche Bahn mitteilt, sind für den Einbau des Stützbauwerks mehr als 8.500 Stahlwände von je 1,2 Metern Breite und rund 1.500 Ankerstangen notwendig, die die Wände im Abstand von circa 3,6 Metern verbinden. Insgesamt erfordert die Sanierung des Bahndamms rund 70.000 m² Stahlbohlen entlang der Gleisachse. Nach dem Einbau des Stützbauwerks werden zudem die Gleise auf den beiden Streckenabschnitten erneuert.

Quelle: DB AG

Grund für die notwendigen Reparaturen sind Setzrisse an der Böschung des Damms die im vergangenen Jahr festgestellt wurden. Die Streckengeschwindigkeit wurde in den betroffenen Abschnitten auf 70 km/h reduziert. Verursacht wurden die Risse vermutlich durch den langen, heißen und trockenen Sommer im Jahr 2018. Nach DB-Angaben sei die Standfestigkeit des Bahndamms „zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt“ gewesen. Dies hätten zahlreiche Berechnungen und Baugrunderkundungen entlang des Dammverlaufs gezeigt.


red, Titelfoto: DB AG