Siemens: Vectron erhält ETCS-Zulassung Baseline 3

Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) hat die Lokomotiven vom Typ Vectron des Zugherstellers Siemens Mobility für den Betrieb mit dem Zugbeeinflussungssystem European Train Control System (ETCS) Baseline 3 in Deutschland zugelassen. Auch für Schweden liegt die Zulassung bereits vor, teilt Siemens mit. Weitere Länder sollen folgen.


„Die Zulassung für ETCS-Baseline 3 ist ein wichtiger Meilenstein für unser Lokomotiven-Geschäft. Mit der frühzeitigen Umsetzung ist Siemens Mobility Vorreiter in der Branche. Mit der Digitalisierung ermöglichen wir unseren Kunden, ihre Infrastruktur und ihre Züge intelligent zu machen und Verfügbarkeit zu garantieren“, sagt Sabrina Soussan, CEO von Siemens Mobility.

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Das standardisierte ETCS ermöglicht die Vereinheitlichung der Zugsicherungs- und Zugbeeinflussungstechnik anstelle zahlreicher nationaler Systeme und bildet die Grundlage für die Interoperabilität zwischen fahrzeug- und streckenseitigen Ausrüstungen. Es ermöglicht über ETCS Level 2 eine ständige Kommunikation zwischen Fahrzeug und Strecke. Die Triebfahrzeugführer erhalten dabei ihre Fahrbefehle, beispielsweise die zulässige Geschwindigkeit, Zielgeschwindigkeit und -entfernung auf ihrem Display angezeigt und nicht wie bisher über Signale an der Strecke. Alle für den Betrieb notwendigen Daten werden über das digitale Bahnfunksystem GSM-R von der Streckenzentrale, dem Radio Block Center (RBC), an das Fahrzeug übertragen und überwacht. Die Ermittlung von Geschwindigkeit, Position und Richtung des Zuges erfolgt im Fahrzeugrechner, der die Informationen kontinuierlich an die Streckenzentrale meldet.

ETCS Baseline 3 hat gegenüber der heute meist im Einsatz befindlichen ETCS Baseline 2 zahlreiche neue Funktionen, unter anderem wurde ein allgemeingültiges Bremskurvenmodell implementiert. Damit wird der Einsatz einer ETCS-Fahrzeugausrüstung in ganz Europa vereinfacht.

Siemens Mobility hat den Vectron bereits über 980 Mal an insgesamt 48 Kunden verkauft. Die Lokomotiven haben bereits mehr als 260 Millionen Flottenkilometer zurückgelegt und sind in Bulgarien, Deutschland, Finnland, Italien, Kroatien, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Polen, Rumänien, Schweden, der Schweiz, Serbien, der Slowakei, Slowenien, der Tschechischen Republik, der Türkei und Ungarn zugelassen.


red/pm, Titelfoto: Bahnblogstelle