S-Bahn München: Mehrfarbige Zugzielanzeiger werden an der Zugspitze nur noch einfarbig verwendet

Mit dem Redesign der Münchner S-Bahn-Flotte der Baureihe ET 423 wurden 2018 als eine der vielen Neuerungen auch mehrfarbige Zugzielanzeiger eingeführt. Genutzt werden diese mittlerweile an den Zugenden aber nur noch einfarbig. Und das hat seinen Grund – wenn auch anders, als von einer Facebook-Seite behauptet.


Unsere Redaktion ist kürzlich auf einen Facebook-Post aufmerksam geworden, in dem die Behauptung aufgestellt wurde, dass die neu verbauten Zugzielanzeiger an den Zugenden der S-Bahn-Züge in München aufgrund eines behördlichen Beschlusses des Eisenbahn-Bundesamtes (EBA) nicht länger mehrfarbig eingesetzt werden dürften. Angeblich, so schreiben es die Betreiber der Facebook-Seite „Regio $.W.AG“, soll es Beschwerden von Triebfahrzeugführern gegeben haben, die die Farbdarstellung für die Linien S4 (rot) und S2 (grün) nachts aus der Ferne für Signale gehalten hätten. Aber stimmt diese Behauptung überhaupt? Was ist da dran? Wir haben nachgefragt…

„Reine Vorsichtsmaßnahme“

Auf Nachfrage erklärt die Deutsche Bahn, dass es sich um „eine reine Vorsichtsmaßnahme“ gehandelt habe, weshalb die Zugzielanzeiger jetzt nur noch einfarbig verwendet werden. „Die S-Bahn München hat geltende Regelungen einfach nur umgesetzt“, betont ein Bahnsprecher. Zudem seien den Verantwortlichen, anders als behauptet, keine solchen Irritationen von Triebfahrzeugführern in München gemeldet worden. Laut dem Bahnsprecher habe es auch kein Dekret des EBA oder anderweitiges gegeben.

Ähnlich äußert sich auch die zuständige Aufsichtsbehörde. Wie ein EBA-Sprecher mitteilt, habe die S-Bahn München vor etwa einem Jahr die farbigen Zugzielanzeiger am Bug der Fahrzeuge in eine „schwarz/weiße“ Schrift geändert. Das Eisenbahn-Bundesamt „war an diesem Vorgang nicht beteiligt“, so der Sprecher weiter.


red, Titelfoto: DB AG (Archiv)

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