Deutsche Bahn gewährt Einblick ins Stellwerk am Münchner Hauptbahnhof

Die Deutsche Bahn gewährte am Donnerstag (19. Dezember) einer kleinen Gruppe von Journalisten und Bloggern einen interessanten Blick hinter die sonst verschlossenen Türen des Stellwerks am Münchner Hauptbahnhof. Die Besucher hatten die Möglichkeit, den anwesenden Fahrdienstleitern und der Betriebsüberwachung ein wenig über die Schultern zu sehen.

Im Oktober 1964 ging das Stellwerk – damals noch Zentralstellwerk genannt – ans Netz. In den Anfangsjahren umfasste die Anlage – die bis heute mit Relaistechnik funktioniert – 295 Weichen, 446 Signale und 300 Abschnitte mit Gleisfreimeldung sowie sieben Selbstblockstrecken. Zum Stellwerk gehören der Holzkirchner Flügelbahnhof, die Haupthalle mit ihren Gleisen und der Starnberger Flügelbahnhof. Betrachtet man die Gesamtanzahl der Gleise, so ist der Hauptbahnhof in München – nach der Grand Central Station in New York – der zweitgrößte Personenbahnhof der Welt. Er umfasst heute 32 oberirdische Gleise, zwei unterirdische S-Bahn- und weitere sechs U-Bahn-Gleise. Rund 2.000 Zugfahrten (ohne U-Bahnen) werden tagtäglich rund um den Münchner Hauptbahnhof gesteuert. Diese Zahl setzt sich aus rund 300 Fernzügen, über 600 Nahverkehrszügen und über 1.000 S-Bahnen zusammen. Die Steuerung des S-Bahn-Verkehrs auf der Münchner Stammstrecke erfolgt allerdings über ein elektronisches Stellwerk (ESTW) aus der zuständigen Betriebszentrale an der Donnersbergerbrücke, die auch den Großteil des Zugverkehrs im Regionalbereich Süd kontrolliert und überwacht.


red, Titelfoto: Bahnblogstelle