Marktanteil von DB Cargo schrumpft weiter – Wettbewerbsbahnen erbringen mehr als die Hälfte der Verkehrsleistungen im Güterverkehr

Die Güterbahntochter der Deutschen Bahn, DB Cargo, verliert seit Jahren zunehmend Marktanteile an ihre Konkurrenten. Wie die jetzt veröffentlichten Ergebnisse der Markterhebung im Eisenbahnsektor zeigen, erbrachten die Wettbewerbsbahnen im Jahr 2018 erstmals mehr als 50 Prozent der Verkehrsleistungen im Schienengüterverkehr. Auch im Schienenpersonenfernverkehr nahm der Wettbewerb zu – wenn auch nur minimal.


Die Bundesnetzagentur hat die Ergebnisse der Markterhebung im Eisenbahnsektor mit den Daten für das Jahr 2018 veröffentlicht. Demnach erbringen die Wettbewerber zur Deutschen Bahn AG im Güterverkehr inzwischen mehr als die Hälfte der Verkehrsleistungen. Sie konnten ihren Marktanteil an der erbrachten Verkehrsleistung von 47 Prozent im Jahr 2017 auf 51 Prozent im Jahr 2018 erhöhen. Die Verkehrsleistung stieg von 128 auf 132 Milliarden Tonnenkilometer.

Durch den Markteintritt von FlixTrain und die Übernahme der Nachtzugverkehre von der Deutschen Bahn durch die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) haben sich im Schienenpersonenfernverkehr neue Wettbewerber etabliert. Der Marktanteil lag 2018 bei 1 Prozent. Eine Steigerung der Verkehrsleistung war auch hier zu verzeichnen – sie wuchs in den Jahren 2017 bis 2018 von 41 auf 43 Milliarden Personenkilometer an.

Im Schienenpersonennahverkehr gab es keine signifikanten Veränderungen: Der Marktanteil der Wettbewerbsbahnen sank hier sogar leicht von 27 auf 26 Prozent. Die Verkehrsleistung blieb unverändert bei 57 Milliarden Personenkilometer.

Die Betriebsleistung auf öffentlichen Schienenwegen wurde von 1,104 Milliarden Trassenkilometer in 2017 auf 1,115 Milliarden Trassenkilometer im Jahr 2018 gesteigert.

Die Pünktlichkeit der Züge hat sich im Jahr 2018 gegenüber den Vorjahren leicht verschlechtert. Im Schienenpersonenfernverkehr waren 2018 etwa 71 Prozent der Züge pünktlich. Im Schienengüterverkehr lag die Pünktlichkeit bei 62 Prozent. Im Schienenpersonennahverkehr waren 88 Prozent der Züge pünktlich. Ein Personenzug gilt hier als verspätet, wenn er mindestens fünf Minuten nach Plan verkehrt. Ein Güterzug gilt als verspätet, wenn er mindestens fünfzehn Minuten nach Plan verkehrt.

Im Eisenbahnverkehrsmarkt stieg der Umsatz von 20,7 Milliarden Euro im Jahr 2017 auf 21,3 Milliarden Euro im Jahr 2018. Der Umsatz im Eisenbahninfrastrukturmarkt stieg von 6,4 auf 6,6 Milliarden Euro. Den größten Umsatzanteil bilden hier die Trassenentgelte mit über 80 Prozent.


red, Titelfoto: Bahnblogstelle (Archiv)