Metalldiebe verursachen Bahnunfall – Bundespolizei ermittelt nach Kollision mit Betonmast

Am frühen Morgen des 2. Weihnachtstages (26. Dezember) hat sich auf der Bahnstrecke zwischen Sangerhausen und Halle (Saale) ein Bahnunfall ereignet. Ein Regionalzug der Linie RB 75 kollidierte im Bereich der Ortslage Zscherben gegen 5:15 Uhr mit einem Betonmast, der zuvor in den Gleisbereich gestürzt war. Laut Polizeiangaben wurde das Hindernis mit einer Geschwindigkeit von etwa 100 km/h erfasst. Nach dem Einleiten einer Schnellbremsung kam der Zug wenige hundert Meter weiter zum Stehen. Die Zuginsassen, zehn Fahrgäste und drei Mitarbeiter des Eisenbahnunternehmens Abellio, blieben unverletzt. Durch die Kollision wurde der Triebzug vom Typ Talent 2 im Bereich des vorderen Drehgestells, am Schienenräumer sowie an der Magnetschienenbremse beschädigt. Die Bahnstrecke wurde vorübergehend gesperrt.

Beamte der Bundespolizei stellten am Ereignisort fest, dass sich offensichtlich Metalldiebe an mehreren Fahrleitungsmasten zu schaffen gemacht hatten. So waren Metallseile abgetrennt und entwendet worden, wodurch auch die Stabilität der Masten enorm beeinträchtigt wurde. Einer der Betonmasten geriet folglich in Schieflage und fiel ins Gleis. Die Bundespolizei hat neben den Diebstahlshandlungen auch Ermittlungen wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr aufgenommen. Dabei handelt es sich um einen Verbrechenstatbestand, der mit einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr bestraft wird.

Trotz der Beschädigungen konnte der Zug seine Fahrt später bis zum Bahnhof Angersdorf fortsetzen. Dort mussten die Reisenden die Bahn verlassen. Der Zug wurde anschließend in eine Werkstatt gefahren. Durch den Vorfall kam es zu erheblichen Beeinträchtigungen im Bahnverkehr. Erst gegen 11:50 Uhr konnte eines der beiden Streckengleise wieder freigegeben werden. Die Instandsetzungsarbeiten des anderen Gleises dauern an.


red, Titelfoto: Bundespolizei