Erneuerung der Friesenbrücke: Planfeststellungsunterlagen beim EBA eingereicht

Am 3. Dezember 2015 wurde die Friesenbrücke bei Weener in Niedersachsen durch die Kollision eines Frachtschiffes mit dem Bauwerk schwer beschädigt. Nun, rund vier Jahre später, hat die Infrastrukturtochter der Deutschen Bahn, DB Netz, die Pläne für einen Neubau der Eisenbahnbrücke fertiggestellt und am 20. Dezember beim Eisenbahn-Bundesamt (EBA) eingereicht.


Die Erneuerung für die zerstörte Friesenbrücke wurde als Hub-Dreh-Brücke konzipiert. Der Plan sieht künftig einen Drehpfeiler für den beweglichen Teil des Bauwerks auf der östlichen Seite der Ems vor. Die neue Brücke erhält zudem einen 2,5 Meter breiten Fuß- und Radweg sowie einen separaten Dienst- und Rettungsweg. Das Land Niedersachsen hat die Erstellung der Unterlagen vorfinanziert, um die Planung zu beschleunigen.

Visualisierung: Ersatzneubau der Friesenbrücke | Quelle: ARGE Friesenbrücke

Die jetzt eingereichten Planfeststellungsunterlagen werden durch das EBA auf Vollständigkeit geprüft. Anschließend werden die Antragsunterlagen an die zuständige Anhörungsbehörde, die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, zur Durchführung des Anhörungsverfahrens weitergeleitet. Im Rahmen dieses Verfahrens werden Behörden und Bürger beteiligt. Die Unterlagen werden dabei in der Stadt Weener und der Gemeinde Westoverledingen für die Dauer von einem Monat öffentlich ausgelegt und zusätzlich online veröffentlicht.

Die Kosten für den Neubau der Brücke sollen nach NDR-Informationen bei rund 70 Millionen Euro liegen. Nach derzeitigen Planungen ist der Baubeginn für 2022 vorgesehen. Frühestens Ende 2024 soll das neue Bauwerk fertig sein.

Die 335 Meter lange Friesenbrücke über die Ems bei Weener ist Teil der Bahnverbindung zwischen dem ostfriesischen Leer und Groningen in den Niederlanden. Seit dem Schiffsunfall Ende 2015 ist das Bauwerk für den Eisenbahnverkehr unpassierbar. Die neue Brücke soll in einigen Jahren wieder einen durchgängigen Zugverkehr auf der Strecke ermöglichen.


red, Titelfoto: DB Netz AG / Alexander Heinemann