Eisenbahnen bauen Klimavorsprung aus – Umweltbundesamt-Daten zeigen: Schienengüterverkehr ist umweltfreundlich wie nie

Die Eisenbahnen haben nach Berechnungen des Umweltbundesamtes (UBA) ihren Klimavorsprung gegenüber konkurrierenden Verkehrsträgern weiter ausgebaut. So stießen die Güterbahnen 2018 pro Tonne und Kilometer so wenig Treibhausgase wie nie zuvor aus. Innerhalb von vier Jahren haben sie diese Emissionen um ein Viertel reduziert, fasst das Verkehrsbündnis Allianz pro Schiene die Daten zusammen. Inzwischen erzeugt der Gütertransport auf der Straße statt auf der Schiene laut den aktualisierten Zahlen des UBA eine sechsmal höhere Klimabelastung je Tonne und Kilometer. „Klimaschutz im Verkehr geht nur mit einer zentralen Rolle der Güterbahnen“, sagte Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, am Donnerstag in Berlin. „Im neuen Jahrzehnt muss die Verkehrs- und Umweltpolitik den Knoten beim Schienengüterverkehr platzen lassen.“

Quelle: Umweltbundesamt

Der weitgehend elektrisch betriebene Schienengüterverkehr profitiere in seiner Klimabilanz von der Energiewende mit einem wachsenden Anteil an Ökostrom und von Verbesserungen der Energieeffizienz. Damit dieser umweltfreundliche Transport sein ganzes Potential ausschöpfen kann, müsse die Politik die Schieneninfrastruktur ausbauen sowie die Digitalisierung des Schienengüterverkehrs beschleunigen, bekräftigt das Verkehrsbündnis. „Die Digitalisierung der Güterbahn steckt in den Kinderschuhen. Hier sind gewaltige Modernisierungen möglich und nötig, die die Branche allerdings nicht alleine stemmen kann. Ich appelliere an die Bundesregierung, der Förderung der digitalen Schiene und der Digitalen, Automatischen Kupplung im Gütertransport oberste Priorität einzuräumen“, so Flege.

Die UBA-Daten bestätigten den Vorteil der Schiene auch bei anderen Umweltbelastungen etwa durch Kohlenmonoxid, Stickoxide oder Feinstaub. So spricht die Ökobilanz des UBA auch im Personenverkehr für die Eisenbahn. Zusammen mit dem Bus führt sie die Rangliste der umweltfreundlichen Verkehrsmittel mit dem geringsten Ausstoß an Treibhausgasen klar an. Die höchste Klimabelastung je Person und Kilometer geht im Vergleich dazu vom Inlandsflugverkehr aus.

Quelle: Umweltbundesamt

Im Fernverkehr schneidet der Bus laut UBA-Zahlen sogar etwas besser ab als die Eisenbahn. Laut Allianz pro Schiene sei dies allerdings der Berechnungsmethode geschuldet: Das Umweltbundesamt ziehe für seine Erhebungen nicht den speziellen Strommix der Eisenbahnen mit einem hohen Anteil an Ökostrom heran, sondern unterstellt den allgemeinen Strommix in Deutschland mit einem deutlich niedrigeren Anteil an Ökostrom, erklärt das Verkehrsbündnis. „In der Realität ist die Schiene im Fernverkehr noch umweltfreundlicher, als es die UBA-Berechnungen zeigen“, betont Flege. Klar sei allerdings: Wer sich für den öffentlichen Verkehr statt für den Pkw entscheidet, vermeide in erheblichem Umfang Treibhausgas-Emissionen.


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