Wirtschaftsprofessor bezeichnet Güterwagenflotte von DB Cargo als „uralt“ und reif für den „Schrotthändler“

Halt zeigende Signale in einem Güterbahnhof. (Foto: © TTstudio / Fotolia)

Uwe Höft, Wirtschaftsprofessor an der Technischen Hochschule Brandenburg, hat die Güterwagenflotte von DB Cargo in einem Interview mit dem Deutschlandfunk als „uraltes Equipment“ bezeichnet, das „teilweise ins Museum oder zum Schrotthändler“ gehöre. Es fehle an „wirklichen Innovationen.“ Das Problem sei auch, dass die Güterverkehrsunternehmen allgemein, nicht allein DB Cargo, einfach zu wenig Geld verdienten, um dann nachhaltig zu modernisieren und in Innovationen zu investieren.

Nach Ansicht des Wirtschaftsexperten warte auf die neue Frontfrau an der Spitze der Güterverkehrssparte der Deutschen Bahn, Sigrid Nikutta, „eine riesige Baustelle“. Er glaube, die Deutsche Bahn habe da schon seit vielen Jahren ein ganz großes Problem – und das, obwohl schon viele Sanierungsprogramme durchgeführt worden seien. Höft ist zudem skeptisch, ob der Konzern die Verkehrsleistung im Schienengüterverkehr tatsächlich um 70 Prozent steigern könne, wie es Bahnchef Richard Lutz bei der Vorstellung der Strategie „Starke Schiene“ im Juni 2019 ankündigte. Immerhin sei das Ziel „ziemlich ambitioniert“. Den Privaten würde er es eher zutrauen, denn „die wachsen ja“ und „die fangen im Grunde die Verlustmengen der DB“ nach Ansicht des Experten ganz gut auf. Aber was die Privaten nicht könnten, sei das Thema Einzelwagenverkehr.

Zum Nachteil der Schiene habe laut Höft aber auch beigetragen, dass die Eisenbahn gegenüber der Straße viele Jahrzehnte lang benachteiligt wurde. Investitionen in das Streckennetz blieben aus, vielmehr seien Gleisanschlüsse, Kreuzungen und Überholgleise zunehmend abgebaut worden, wodurch die „Kapazität systematisch runtergefahren“ wurde.  Von heute auf morgen sei das nicht wiederherzustellen, ist sich Höft sicher.


red, Titelfoto: TTstudio / Fotolia

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