Deutsche Bahn: CSU-Politiker fordert Abkehr von der Organisation als Aktiengesellschaft

Der verkehrspolitische Sprecher und stellvertretende Unionsfraktionschef Ulrich Lange will eine grundlegende Bahnreform mit einer endgültigen Abkehr von der Organisation der Deutschen Bahn als Aktiengesellschaft. Das sagte der CSU-Politiker laut einem Bericht der Augsburger Allgemeinen


„Wir merken immer deutlicher, dass die Deutsche Bahn die neuen Anforderungen nicht meistern kann“, so Lange. Er befürworte die Rechtsform einer GmbH im Besitz des Bundes. Dort gäbe es „ein Weisungsrecht an die Geschäftsführer. Das haben wir bisher bei den Vorständen der Bahn nicht.“

© Ulrich Lange

Der Zeitung zufolge begründete der Unionsfraktionsvize seinen Vorstoß mit den Herausforderungen der Klimapolitik. Lange betont: „Wenn wir es mit dem Klimaschutz ernst meinen, dann müssen viel mehr Reisende und Güter über die Schiene transportiert werden.“ Der Bund wolle zwar 200 Milliarden Euro in die Schiene investieren. Doch seine Befürchtung sei, „dass wir das Geld versenken, wenn es so weiterläuft wie bisher“, warnte der CSU-Politiker. Zudem sei die jetzige Organisation des Konzerns mit seinen unzähligen Tochterfirmen ein gravierendes Problem. Die Deutsche Bahn, so fordert Lange, müsse sich künftig wieder „auf ihr Kerngeschäft konzentrieren, das ist die Beförderung von Passagieren und Gütern in Deutschland.“ Auch die Frage der Trennung von Netz und Bahnbetrieb, müsse neu gestellt werden. Der Bund solle sich um Gleise, Brücken und Bahnhöfe kümmern. „Bei Instandsetzungen und dem Ausbau wäre allein der Bund in der Verantwortung. Jetzt ist es doch so, dass wir munter Geld geben, aber sich die Zufriedenheit nicht verbessert“, so Lange.

Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, unterstützt den Vorstoß des Unionspolitikers. „26 Jahre nach der großen Bahnreform brauchen wir dringend eine Bahnreform 2.0“, so Flege dem Bericht zufolge. Ein Renditeziel von sieben Prozent für das Schienennetz sei nicht mehr zeitgemäß und stehe im Widerspruch zu den politischen Zielen für den Ausbau des Bahnverkehrs.


red, Titelfoto: DB AG (Archiv)

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