Ursache geklärt: Technischer Defekt löste im Oktober 2019 Brand in Fußball-Sonderzug aus

Die Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung (BEU) geht davon aus, dass der Fahrzeugbrand, der sich Mitte Oktober 2019 in einem Fußball-Sonderzug in Berlin ereignete, durch einen technischen Defekt verursacht wurde.


Es lägen keine Erkenntnisse vor, dass das Ereignis auf die Einwirkung Dritter zurückzuführen sei, teilt die Behörde mit. In einem Zwischenbericht heißt es: „Der Brand wurde durch eine Funktionsstörung des Hauptschützes und der damit verbundenen Überhitzung der Heizungsanlage ausgelöst.“ Die fortschreitende Ausbreitung des Brandes sei aber weiterhin Gegenstand der Ermittlungen. Zusätzlich werden nach BEU-Angaben die Instandhaltungsvorgaben und der Ausführungsumfang der Instandhaltung auf Regelkonformität überprüft. Die Ermittlungen werden gegenwärtig auch im Bereich des Eisenbahnbetriebes geführt, heißt es weiter.

Quelle: Facebook / Lokführer

Am 19. Oktober 2019 war es im Sonderzug DPE 86363 der Centralbahn AG auf der Fahrt von Berlin-Charlottenburg nach Freiburg im Breisgau gegen 20:04 Uhr zwischen Berlin Zoologischer Garten und Berlin Hauptbahnhof zu einem Fahrzeugbrand gekommen. Der Zug kam auf Höhe des S-Bahn-Haltepunkts Berlin Bellevue zum Stehen und wurde durch ein Großaufgebot an Einsatzkräften evakuiert. Bei dem Ereignis wurden drei Personen leicht verletzt. Im Zug befanden sich zum Zeitpunkt des Vorfalls rund 700 Fußballfans des SC Freiburg.

Am Zug entstand ein Sachschaden in Höhe von geschätzt 155.000 Euro. Der zweite Wagen des Zuges, ein Reisezugwagen der Gattung Am208 (Baujahr 1954), brannte vollständig aus. Die Wagenstruktur wurde massiv geschädigt. Zur Schadenshöhe im Bereich der Infrastruktur liegen der BEU nach eigenen Angaben noch keine Informationen vor. Durch die Flammen und die Löscharbeiten war auch die Oberleitung beschädigt worden.

Bei der untersuchten Heizungsanlage Bauart Whzdes wurde nach Angaben der Ermittler ein Fehler in der Steuer- und Regeleinrichtung festgestellt. Eine automatische Abschaltung des Heizstroms sei daher nicht möglich gewesen. Eine autark und unabhängig arbeitende Sicherungseinrichtung, wie beispielsweise ein Übertemperaturschutz, war nicht verbaut.

Sicherheitsempfehlung der BEU

Zur Vermeidung ähnlich gelagerter Ereignisse empfiehlt die BEU, an den potentiell betroffenen Wagen mit Heizungen der Bauart Whzdes und Wagen mit Heizungsanlagen in analoger technischer Ausführung (ohne Übertemperaturschutz mit direkt wirkender und autarker Energieabschaltung), durch geeignete betrieblich-organisatorische bzw. vorzugsweise technische Maßnahmen den sicheren Betrieb der Heizungsanlagen zu gewährleisten.

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red – aktualisiert, Titelfoto: Andreas Wagner / Facebook/Lokführer