Nach Stromschlag aus Oberleitung: 21-Jähriger fordert Schmerzensgeld von DB und Güterwagenbetreiber

Niklas M., ein 21-jähriger Mann aus Hannover, überlebte vor acht Jahren nur knapp einen Stromschlag aus der Oberleitung. Vor dem Landgericht Oldenburg hat am Freitag (17. Januar) ein Zivilprozess um die mögliche Schuldfrage begonnen.


Der damals 13-Jährige hatte im April 2012 gemeinsam mit einem Freund das Gelände eines alten Güterbahnhofs in Delmenhorst betreten und war dort auf einen abgestellten Waggon geklettert. Dabei kam er der 15.000 Volt führenden Oberleitung zu nahe und erlitt einen Spannungsüberschlag. Aufgrund der schweren Verbrennungen mussten bei ihm ein Arm und beide Unterschenkel amputiert werden.

Der Verunfallte und seine Mutter fordern vor dem Landgericht Oldenburg unter anderem von der Deutschen Bahn Schmerzensgeld und eine Beteiligung an den finanziellen Aufwendungen, die durch das Unglück entstanden sind. Nach Ansicht des Anwalts von Familie M., Dr. Wolfgang Schmidt, sei das Gelände unzureichend gesichert gewesen. Zudem hätten sich an den Güterwagen keine ausreichenden Warnungen vor potentiell tödlichen Stromschlägen befunden. Die Vertreter der DB Netz AG und der Betreiberfirmen der dort abgestellten Waggons zweifeln diese Sichtweise an.

Bahnanlagen sind keine Spielplätze

Die Deutsche Bahn und die Bundespolizei warnen seit Jahren eindringlich vor den Gefahren auf Bahnanlagen. Der Zutritt ist Unbefugten untersagt, ebenso das Besteigen von Waggons. Von der 15.000 Volt führenden Oberleitung kann auch ohne direkte Berührung ein Lichtbogen überspringen. Nicht selten enden Unfälle in diesem Bereich tödlich.


red, Titelfoto: Bahnblogstelle (Symbolbild)

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