Digitale S-Bahn Hamburg: Stadt stellt weitere 1,5 Millionen Euro für Planungen bereit

Die Planungen für den automatisierten S-Bahn-Betrieb in Hamburg, der ab 2021 zwischen den Stationen Berliner Tor und Aumühle starten soll, gehen in die nächste Runde. 


Damit die Planungen für die Digitalisierung des Bahnnetzes weitergehen können, will die Stadt Hamburg weitere Finanzmittel in Höhe von 1,5 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Das kündigte Hamburgs Verkehrssenator Michael Westhagemann vor einigen Tagen an. „Die Digitalisierung ist eine Lösung, um Wachstum im S-Bahn-Netz langfristig zu ermöglichen.“ Hamburg habe hier bundesweit „eine Führungsrolle bei der Digitalisierung des Bahnbetriebs eingenommen“, betont Westhagemann. Mit dem Geld sollen die Planung und Entwicklung für den digitalen Bahnbetrieb im S-Bahn-Netz Hamburg vorangetrieben werden. Ziel sei es, Fahrplankonzepte zu erstellen und neue Stellwerks- sowie Signaltechnik zu planen. Gleichzeitig sollen die ersten Ergebnisse aus dem Pilotprojekt ausgewertet werden, um verschiedene Varianten der Flottenausrüstung zu untersuchen.

Die Arbeiten am Projekt Digitale S-Bahn Hamburg seien im Zeitplan, sagt Kay Uwe Arnecke, Geschäftsführer der S-Bahn Hamburg. „Schon heute arbeiten wir an den Konzepten, die Ergebnisse des Pilotprojekts auf das Gesamtnetz zu übertragen. Wir stellen jetzt die Weichen, um für die Digitalisierung der Schiene in Hamburg vorbereitet zu sein.“

Durch die Automatisierung sollen Kapazitätsgewinne von 20 bis 30 Prozent im Netz der S-Bahn Hamburg erzielt werden. Diese zusätzlichen Reserven könnten dann zur Stabilität des Betriebs und zur Einführung weitere S-Bahnlinien oder einer Taktverduichtung genutzt werden, heißt es von Seiten der Deutschen Bahn.

Das Projekt „Digitale S-Bahn Hamburg“

Die Digitale S-Bahn Hamburg wird nach Angaben der Deutschen Bahn auf dem Streckenabschnitt zwischen den Stationen Berliner Tor und Aumühle entwickelt und erprobt. Technische Basis für die hochautomatisierte Fahrt auf der Strecke ist der künftige europäische Standard ATO (Automatic Train Operation) über das funkbasierte europäische Zugsicherungssystem ETCS Level 2 (European Train Control System). Die Steuerung von vier speziell ausgerüsteten Fahrzeugen erfolgt per Funksignal. Daten werden zwischen Zug und Streckenzentrale übermittelt. Bei allen Fahrten in dem Streckenabschnitt soll weiter ein Triebfahrzeugführer an Bord sein. Eingreifen soll er künftig jedoch nur noch, wenn Störungen oder Unregelmäßigkeiten dies erfordern.

Komplett vollautomatisch sollen ab 2021 die Fahrten aus bzw. in die so genannte Abstellanlage an der Station Bergedorf realisiert werden. Diese befindet sich etwa in der Mitte zwischen den Stationen Berliner Tor und Aumühle. An den Bergedorfer Bahnsteig soll der Zug dann nach einer Kehrfahrt über 1.000 Meter allein und ohne Personal an Bord fahren.


red, Titelfoto: DB AG / S-Bahn Hamburg