Bundespolizei informiert über erste Erkenntnisse zur Beinahekollision bei Griesen

In der vergangenen Woche kam es auf der eingleisigen Strecke zwischen Garmisch-Partenkirchen und Reutte (Tirol) beinahe zu einem Unfall zwischen zwei Regionalbahnen. Die Bundespolizei in Rosenheim hatte diesbezüglich Ermittlungen wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr aufgenommen und die Staatsanwaltschaft München II informiert.


Wie Rainer Scharf, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Rosenheim, mitteilt, habe eine Rekonstruktion des gefährlichen Ereignisses vom 22. Januar ergeben, dass eine in Richtung Österreich fahrende Regionalbahn bei Griesen offenbar fast auf einen zweiten, stehenden Gegenzug aufgefahren wäre. „Dieser befand sich noch vor dem Bahnhof Griesen auf Höhe des Einfahrsignals, das den Triebfahrzeugführer mit rotem Signallicht anwies, zu warten. Gleichzeitig fuhr der aus Garmisch-Partenkirchen kommende Zug mit Fahrziel Ehrwald (Tirol) aus dem Bahnhof Griesen hinaus. Bei einer Geschwindigkeit von rund 60 Kilometern pro Stunde erkannte der Lokführer die Scheinwerfer des anderen Schienenfahrzeugs, das sich auf demselben Gleis befand, und bremste seinen Zug sogleich ab“, erklärt der Bundespolizeisprecher. Etwa 25 Meter vor dem anderen Zug kam die abgebremste Regionalbahn zum Stehen. Der Bahnhof Griesen verfügt eigentlich über zwei Gleise, sodass die Züge dort hätten aneinander vorbeifahren können.

Die Ermittler der Bundespolizei gehen derzeit davon aus, dass die „auf eine Verspätung des aus Garmisch-Partenkirchen kommenden Zuges zurückzuführende Fahrplanabweichung die Organisation des Fahrbetriebes durcheinandergebracht hatte“, so Scharf weiter. Inwieweit dies zu einer Fehleinschätzung von Bahnmitarbeitern, die für den Betriebsablauf verantwortlich waren, geführt haben könnte, sei aktuell noch Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Nach wie vor werde aber auch die Möglichkeit technischer Probleme in die bahnpolizeilichen Recherchen einbezogen.

Die der Bundespolizeiinspektion Rosenheim vorliegenden Ermittlungsergebnisse werden der zuständigen Staatsanwaltschaft München II, die das weitere Verfahren führt, zugeleitet.


red, Titelfoto: Bundespolizei