Nach Zugentgleisung im Mai 2017: Deutsche Bahn scheitert vor Landgericht mit Klage gegen Waldbesitzer

Nach der Entgleisung eines Regionalzuges bei Stadtroda im Mai 2017 ist die Deutsche Bahn mit einer Schadensersatzklage gegen die örtlichen Waldbesitzer in erster Instanz gescheitert. Der DB-Konzern hatte die Waldgenossenschaft in Ruttersdorf (Saale-Holzland-Kreis) für das Unglück infolge einer Schlammlawine verantwortlich gemacht.


Die Zivilkammer am Landgericht Gera hat die Klage der Deutschen Bahn gegen die Ruttersdorfer Waldgenossenschaft am Donnerstag abgewiesen. Laut Zivilrichter Michael Kaufmann sei keine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht durch die Genossenschaft feststellbar. Es ging um eine Schadensersatzforderung in Höhe von 169.000 Euro für die Erneuerung der Gleisanlagen. Der Lokalpresse zufolge standen darüber hinaus weitere Forderungen über 1,1 Millionen Euro für die Reparatur des verunglückten Zuges im Raum. Eine Berufung gegen das Urteil und der Weg zum Oberlandesgericht ist noch möglich.

Am 19. Mai 2017 war ein Regionalzug mit 39 Reisenden durch eine Geröll- und Schlammlawine infolge eines Unwetters entgleist. Bei dem Ereignis wurden acht Personen verletzt. Die Deutsche Bahn hatte den Waldbesitzern anschließend fehlende Pflege und das Entfernen einer festen Schotterdecke vorgeworfen, berichtet der MDR. Die Schlammlawine sei so erst möglich geworden, argumentierte der Konzern.


red, Titelfoto: Feuerwehr