Klarheit für neue Berliner S-Bahn-Linie S 21 – Einigung über Tunnelverlauf am Reichstag erzielt

Die Kommission des Ältestenrates für Bau- und Raumangelegenheiten des Deutschen Bundestages, das Land Berlin und die Deutsche Bahn haben sich kürzlich über den Verlauf des neuen S-Bahn-Tunnels im Regierungsviertel geeinigt. Der geplante Tunnel gehört zum zweiten Bauabschnitt für die künftige Berliner City-S-Bahn (CSB) S 21 zwischen den Stationen Hauptbahnhof und Potsdamer Platz.


Die Deutsche Bahn plant, den Tunnel für die neue S-Bahn-Linie S 21 in zwei Röhren östlich und westlich am Reichstagsgebäude vorbeizuführen. Die Trassenführung wurde angepasst, nachdem die Bundestagsverwaltung Befürchtungen geäußert hat, dass das Parlamentsgebäude durch den S-Bahn-Tunnel möglicherweise beschädigt werden könnte. Die Standsicherheit des Reichstags während der Bauarbeiten sei nun nicht mehr gefährdet und der parlamentarische Betrieb könne ohne wesentliche Einschränkungen fortgesetzt werden, heißt es.

Die jetzige Lösung sei „hervorragend für das Besucherzentrum des Bundestages und die Erfüllung der Mobilitätsbedürfnisse in der Hauptstadt“, sagt der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann. „Die Bedenken des Bundestages hinsichtlich der Statik des Reichstagsgebäudes konnten endlich ausgeräumt werden“, ergänzt der Vorsitzende der Baukommission des Bundestages, Vizepräsident Wolfgang Kubicki. Nun sei der Weg frei für die Fortsetzung der S 21. „Wir erwarten nun auch die Zustimmung der Deutschen Bahn zum Bauvorhaben des Besucherinformationszentrums“, so Kubicki weiter. Ingmar Streese, Staatssekretär für Verkehr in der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz: „Mit der einvernehmlichen Lösung zum Streckenverlauf des zweiten Bauabschnitts hat die neue Nord-Süd-Verbindung der S-Bahn eine wesentliche Hürde genommen. Die S 21 ist für Berlin ein sehr wichtiges Projekt, das die innerstädtischen Verkehrsadern spürbar entlasten wird.“ Und Alexander Kaczmarek, der Konzernbevollmächtigte der DB für das Land Berlin, fügt hinzu: „Mit der Zustimmung der Baukommission des Ältestenrates haben wir jetzt die Möglichkeit, zügig weiter zu planen und zukünftig die baulichen Vorleistungen zwischen Potsdamer Platz und Brandenburger Tor aus den dreißiger Jahren zu nutzen.“

Die neue S-Bahn-Linie S 21, die auch als City-S-Bahn bezeichnet wird, soll von den S-Bahnhöfen Westhafen bzw. Wedding im Norden über den Hauptbahnhof und den Potsdamer Platz bis zur Yorckstraße im Süden führen. DB-Angaben zufolge ist geplant, dass die ersten S-Bahn-Züge im nördlichen Abschnitt – deutlich vor der eigentlichen Inbetriebnahme des Endzustands im Jahre 2026 – bereits ab Sommer 2021 am Interimsbahnsteig in der Nähe des Hauptbahnhofs halten sollen. Nach der Bewertung auf Basis einer Nutzen-Kosten-Analyse soll zudem ein zusätzlicher Halt an der Perleberger Brücke bestellt werden. Damit kein weiterer Verzug im Gesamtprojekt auftritt, habe sich die Senatsverwaltung dafür entschieden, bereits jetzt gemeinsam mit der Deutschen Bahn Vorsorgemaßnahmen für diese neue Station in der Europacity einzuleiten, teilt die DB weiter mit. Mit der tatsächlichen Fertigstellung der gesamten S-Bahn-Strecke über alle drei Abschnitte ist wohl frühestens 2035 zu rechnen.

Quelle: DB AG

red/DB, Titelfoto: Pixabay

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