Zughersteller Alstom erhält erste Bestellung über elf Coradia Continental-Batteriezüge

Alstom wird bis 2023 elf Batteriezüge vom Typ Coradia Continental für den Einsatz auf der Strecke Leipzig–Chemnitz liefern. Eine ensprechende Fahrzeugbestellung wurde zwischen dem Zughersteller und den zuständigen Aufgabenträgern vereinbart.


Der Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) hat mit Unterstützung des Zweckverbands für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) elf Coradia Continental-Batteriezüge beim Zughersteller Alstom bestellt. Die neuen Züge sollen ab 2023 für den Regionalverkehr auf der Strecke Leipzig–Chemnitz zum Einsatz kommen. Der Auftrag, der einen Wert von rund 100 Millionen Euro hat, umfasst die Produktion und Lieferung der Neufahrzeuge sowie deren Instandhaltung für einen Zeitraum bis 2032.

© Alstom

Alstom hatte bereits 2014 einen Vertrag mit dem VMS über die Lieferung von 29 Coradia Continental Elektro-Regionalzügen (EMU) unterzeichnet. Um die 80 Kilometer nichtelektrifizierte Strecke zwischen den Städten Chemnitz und Leipzig zu überbrücken, fragten die Aufgabenträger eine Batterievariante (BEMU) an. Gebaut werden die neuen Züge am Alstom-Standort im niedersächsischen Salzgitter. Die Entwicklung des Batterieantriebs erfolgt in Alstoms Kompetenzzentrum für Antriebe in Tarbes in Frankreich.

„Wir sind unheimlich stolz darauf, dem Auftraggeber eine nachhaltige, perfekt passende Lösung anbieten zu können. Alstom hebt sich heute von anderen Herstellern ab, indem es jede Form von emissionsfreiem Antrieb auf dem Markt als bewährte Lösung anbietet. Als verantwortungsvolles Unternehmen konzentriert sich Alstom stark auf nachhaltige Mobilität und bietet perfekt passende Lösungen an, die nicht nur nachhaltig, sondern auch kosteneffizient und attraktiv sind“, sagt Gian Luca Erbacci, Senior Vice President von Alstom in Europa.

Die Coradia Continental BEMU-Züge werden fast identisch mit den Zügen sein, die bereits auf den Strecken Dresden, Riesa und Zwickau im Einsatz sind, teilt Alstom mit. Der Hauptunterschied liegt darin, dass sie mit Hochleistungsbatterien auf dem Dach ausgestattet sein werden. Der Zug, der auf dem bewährten Coradia Continental basiert, baut nach Herstellerangaben auf Alstoms langjährige Erfahrung im Batterieantrieb, die mit dem Coradia iLint, den Citadis-Straßenbahnen und der Prima H3-Lokomotive gewonnen wurde, auf.

Der Coradia Continental BEMU hat eine Reichweite von bis zu 120 Kilometern und kann unter einer Oberleitung sowie auf nichtelektrifizierten Abschnitten betrieben werden. Die dreiteiligen Züge werden 56 Meter lang und mit 150 Sitzen ausgerüstet sein. Im Batteriemodus sollen sie eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h erreichen. Die Kapazität der Batterien (Hochleistungs-Lithium-Ionen) sei so bemessen, dass ein fahrdrahtloser Betrieb auf der Strecke Chemnitz-Leipzig ohne Leistungs- und Komforteinschränkungen sichergestellt sei, heißt es.


red, Titelfoto: Alstom