DB Cargo soll wieder wachsen – Nikutta: „Schienengüterverkehr ist in Vergessenheit geraten“

Seit gut einem Monat ist Sigrid Nikutta für die Güterverkehrssparte des DB-Konzerns verantwortlich und zudem Vorstandsvorsitzende der DB Cargo AG. Vor Mitarbeitern und auf der Jahresauftaktveranstaltung der BME-Region Berlin-Brandenburg sprach sie sich dafür aus, dass die Verlagerung der Warenströme vom Lkw auf die Bahn jetzt das Gebot der Stunde sei.


Die neue Güterbahn-Chefin besuchte im Januar insgesamt 14 Standorte von DB Cargo. Vor Ort kam sie mit Mitarbeitern ins Gespräch und versuchte sich einen eigenen Eindruck von der derzeitigen Lage des Unternehmens zu verschaffen. In einem Video der Deutschen Bahn, das im Rahmen dieser Tour entstand, sagte Nikutta, dass DB Cargo als Schienengüterverkehrin Deutschland „in den letzten Jahren etwas in Vergessenheit geraten“ war. Sie betonte, dass man „nicht schrumpfen“ sondern „wachsen“ wolle. Wenn man von Umwelt und Verkehrswende spricht, dann gehe das nur mit DB Cargo, zeigt sich Nikutta überzeugt. „Und mir ist wichtig, dass wir hart arbeiten, aber auch das Selbstbewusstsein haben als DB Cargo, dass wir die Richtigen sind, die richtigen für Deutschland und Europa, mit denen man jetzt den Wandel schaffen kann. Den Wandel von der Straße auf die Schiene.“

Nikutta: „Wir müssen richtig Attacke machen“

© DB AG

„Wenn nicht aktiv gehandelt wird, müssen wir uns zukünftig darauf einstellen, dass wir noch mehr Verkehr auf den Straßen haben werden als heute“, sagte Nikutta kürzlich auf der Jahresauftaktveranstaltung der BME-Region Berlin-Brandenburg. Laut der neuen DB-Cargo-Chefin, die zuvor als Vorstandsvorsitzende der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) tätig war, werde die Menge der Warentransporte bis 2030 um bis zu 30 Prozent steigen. Aus diesem Grund sei nun die dringende Notwendigkeit gekommen, Transporte von der Straße stärker auf die Schiene zu verlagern. Jede Tonne, die nicht auf der Straße, sondern auf der Schiene befördert werde, spare im Vergleich zum Lkw 80 Prozent CO2 ein. Nikutta: „Um die gewünschten CO2-Klimaziele bis 2030 zu erreichen, muss man jetzt die infrastrukturellen Voraussetzungen schaffen und im Schienengüterverkehr wachsen.“

Die DB Cargo-Chefin betonte, sie sei zuversichtlich, dass eine erfolgreiche Wende möglich ist. Sie vertraue insbesondere auf den Einkauf, der durch seine Beschaffungsaktivitäten wesentlichen Einfluss auf das Erreichen der unternehmerischen Ziele und die CO2-Bilanz des Unternehmens nehmen könne. Kunden ließen ihre Transporte von der DB Cargo befördern, weil sie damit ihre CO2-Bilanz deutlich verbesserten. In diesem Zusammenhang verwies sie auf den Einzelwagenverkehr, der die Verlagerung auch für einzelne Wagen ermögliche und die Antwort auf die Erschließung von neuen Industrien sei. Das habe so kein anderes Land aufzuweisen. „Die Lösung liegt im intermodalen Verkehr. Wir können nicht warten bis neue Gleisanschlüsse gelegt werden. Die Verlagerung muss vielmehr jetzt beginnen“, so Nikutta.


red, Titelfoto: DB AG

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