Umgestürzte Bäume blockieren Bahnstrecken – Zugverkehr in Süddeutschland vereinzelt noch beeinträchtigt

Sturmtief „Sabine“ ist seit Sonntag mit Orkanstärken über Deutschland hinweggefegt und hat dabei stellenweise für erhebliche Schäden gesorgt. Auch im Süden Deutschlands hatten die Einsatzkräfte zu Wochenbeginn alle Hände voll zu tun, weil zahlreiche Bahnstrecken durch umgestürzte Bäume blockiert wurden. Die Auswirkungen der Sturmschäden sind auch am heutigen Dienstag noch zu spüren.


© Berufsfeuerwehr München

Nach Angaben der Münchner Feuerwehr kam es am Montagmorgen gegen 8:45 Uhr unter anderem in der Nähe der Großhesseloher Brücke im Süden von München auf der Bahnstrecke in Richtung Holzkirchen zu einem Einsatz. Dort war ein Baum in die Oberleitung und auf die Gleise gestürzt. Nach der Sperrung des Streckenabschnitts begann die Feuerwehr damit, den Baum aus dem Gleisbereich zu entfernen.

Reparaturtrupps der Deutschen Bahn sind vielerorts noch immer damit beschäftigt, die entstandenen Schäden zu beseitigen.

Bayern

Nach DB-Angaben sei die Situation in Bayern auf manchen Strecken weiterhin angespannt. So kann im Werdenfelsnetz südlich von Weilheim (rund um Murnau, Garmisch-Partenkirchen) noch immer kein Zugverkehr stattfinden. Aber auch im Allgäu südwestlich von Buchloe sowie in den Bereichen rund um Kempten und Hergatz-Lindau können bislang keine Züge verkehren. Auch zwischen Günzburg und Mindelheim sei derzeit kein Zugverkehr möglich.

Bei der S-Bahn München besteht auf der Linie S7 im Abschnitt Baierbrunn – Wolfratshausen ein Busnotverkehr, ebenso auf der Linie S6 zwischen Starnberg und Tutzing. Für diese Strecken kann unter Umständen bis zum Nachmittag eine Freigabe erfolgen, heißt es von Seiten der Deutschen Bahn. Auf der Linie S3 im Bereich Deisenhofen ist nur ein eingleisiger Betrieb möglich, weshalb es hier zu Verspätungen kommt. Die DB rechnet mit einer Störungsbeseitigung im Laufe des heutigen Abends.

In Nordbayern und Franken sei der Zugverkehr wieder uneingeschränkt möglich. Im Netz der Südostbayernbahn sind einzelne Streckenabschnitte östlich und südlich des Mühldorfer Liniensterns noch wegen Sturmschäden blockiert.

Auf den Verbindungen der Bayerischen Regiobahn (BRB) und der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) kommt es ebenfalls noch zu Beeinträchtigungen. So ist unter anderem die Strecke Aichach – Schrobenhausen noch gesperrt. Hier verkehrt ein Notverkehr mit Taxis. Von Augsburg nach Friedberg fallen einzelne Züge aus. Die Strecken Schaftlach – Tegernsee (BOB) und Marktoberdorf – Lengenwang (BRB) sind wieder befahrbar. Die Strecke Deisenhofen – Solln – München Hbf ist nur eingleisig befahrbar. Fahrgäste müssen hier noch mit Zugausfällen und Verspätungen bei den Meridian- und BOB-Zügen rechnen.

Baden-Württemberg

Nach Angaben der Deutschen Bahn gibt es mittlerweile auf den stark frequentierten Bahnstrecken in Baden-Württemberg keine witterungsbedingten Beeinträchtigungen mehr. Der Fernverkehr und die S-Bahn Stuttgart sind am Dienstagmorgen planmäßig gestartet. Lediglich die IC-Züge zwischen Stuttgart und Singen beginnen und enden noch vorzeitig in Tuttlingen. Im Regionalverkehr gibt es weiterhin noch starke Beeinträchtigungen durch Sturmschäden. Die Reparaturarbeiten auf den gesperrten Strecken seien aber in vollem Gange.

Folgende Bahnstrecken sind noch nicht befahrbar und bleiben zum Teil bis auf Weiteres gesperrt:

  • Die Schwarzwaldbahn zwischen Hornberg und St. Georgen, Hattingen und Engen sowie zwischen Singen (Htw) und Konstanz.
  • Die Höllentalbahn zwischen Hüfingen und Himmelreich.
  • Die Dreiseenbahn zwischen Titisee und Seebrugg.
  • Die Gäubahn ist zwischen Hattingen und Engen unterbrochen.


red, Titelfoto: Feuerwehr