SBB setzt ab Dezember modernere Zugflotte auf der Verbindung Zürich–München ein

Die SBB baut in Zusammenarbeit mit ihren Kooperationspartnern Deutsche Bahn und ÖBB ab Dezember das EuroCity-Angebot auf der Verbindung zwischen Zürich und München aus.


Mit dem Abschluss der Arbeiten zur durchgehenden Elektrifizierung der Strecke Zürich–München setzen die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) ab Dezember 2020 elektrische Triebzüge vom Typ ETR 610, statt der bisherigen lokbespannten Züge, die derzeit abschnittsweise noch von Diesellokomotiven gezogen werden, ein. Neben dem Einsatz anderer Fahrzeuge, die über 430 Sitzplätze verfügen, erhöhen sich aber auch die Zugfahrten von derzeit drei auf künftig sechs pro Tag und Richtung.

Dank der künftig eingesetzten Zugflotte, die in Deutschland mit Neigetechnik unterwegs sein wird, soll die Fahrzeit auf der Strecke Zürich–München auf rund 4 Stunden verkürzt werden. Das ist 45 Minuten schneller im Vergleich zur derzeit baubedingten Streckenführung via Kempten bzw. 20 Minuten schneller im Vergleich zur Fahrzeit via Memmingen vor der Baustelle.

In einem zweiten Schritt, voraussichtlich ab Ende 2021, soll dann ein weiterer Fahrzeitgewinn um 30 Minuten realisiert werden. Die effektive Fahrzeit beträgt dann noch 3 Stunden und 30 Minuten. Ermöglicht werden soll diese weitere Fahrzeitverkürzung durch einen automatisierten Wechsel zwischen den länderspezifischen Zugsicherungssystemen an den Landesgrenzen. Dadurch entfällt der sonst übliche lange Halt zum manuellen Wechsel der Systeme an den Grenzbahnhöfen. Dieser im Fachjargon „dynamische Transition“ genannte Systemwechsel bedingt eine Aufrüstung der eingesetzten Triebzüge mit dem Zugsicherungssystem ETCS Baseline 3. Die Ausrüstung der Züge erfolgt durch Alstom, dem Hersteller der Triebfahrzeuge des Typs ETR 610. Ursprünglich war die Fertigstellung der Ausrüstung der Fahrzeuge mit dem erforderlichen System bereits auf Dezember 2020 geplant. Aufgrund von Verzögerungen bei der Entwicklung und Zulassung kann der Einsatz des neuen Systems nach Angaben der SBB voraussichtlich nun ab Dezember 2021 erfolgen.


red, Titelfoto: SBB / Gian Vaitl (Archiv)