Neue Bahnstrecke zwischen Dresden und Prag soll Reisezeit halbieren

Deutschland und Tschechien wachsen auf der Schiene weiter zusammen: Am Montag (2. März) haben beide Länder, der Freistaat Sachsen, die Deutsche Bahn sowie die tschechische Netzgesellschaft Správa železnic ihre Zusammenarbeit für eine neue grenzüberschreitende Bahnverbindung zwischen Dresden und Prag bekräftigt.


Die neue Bahnstrecke schafft nach Angaben der Deutschen Bahn die Voraussetzung für mehr europäischen Personen- und Güterverkehr auf der Schiene. Kern des Projektes ist eine Neubaustrecke zwischen Heidenau in Sachsen und Ústí nad Labem in Tschechien mit einem mindestens 25 Kilometer langen, grenzüberschreitenden Tunnel unter dem Erzgebirge. Die Fahrzeit zwischen Dresden und Prag soll dadurch von bislang zwei Stunden fünfzehn Minuten auf eine Stunde verkürzt werden. Zwischen den Städten Berlin und Prag soll sich die Fahrzeit auf zweieinhalb Stunden verringern – heute sind es rund viereinhalb Stunden.

„Wir haben ein ambitioniertes Zukunftsprojekt auf den Weg gebracht. Die schnelle Verbindung wird neue Möglichkeiten für die Kooperation in Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur eröffnen und klimafreundliche Mobilität fördern“, ist sich DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla sicher. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer ergänzt: „Sachsen braucht eine moderne grenzüberschreitende Schieneninfrastruktur, um die Anbindung an den internationalen Fernverkehr zu verbessern. Die Neubaustrecke Dresden–Prag ist ein nachhaltiges europäisches Verkehrsprojekt mit zentraler Bedeutung für den Freistaat.“ Alle Beteiligten seien sich bewusst, dass es sich bei der neuen Schnellfahrstrecke um ein sehr wichtiges Infrastrukturprojekt handelt, fügt Jiří Svoboda, Generaldirektor der Správa železnic hinzu und erklärt: „Die heutige Unterzeichnung der gemeinsamen Erklärung bekräftigt unsere Bemühungen um die Fortführung der intensiven Zusammenarbeit bei der Planung dieses Bauvorhabens.“

Für das Projekt läuft derzeit in Sachsen ein Raumordnungsverfahren, in dem sieben Trassenkorridore, darunter drei so genannte „Volltunnelvarianten“, hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Menschen und Natur bewertet werden. Noch bis zum morgigen Freitag (6. März) können Bürger, Verbände und Behörden ihre Anregungen in das Verfahren einbringen. Im Sommer wird der Abschluss des Raumordnungsverfahrens erwartet. Parallel bereitet das deutsch-tschechische Projektteam die weiteren Planungsschritte vor und wird in den kommenden Wochen erste Aufträge für die Planung des Erzgebirgstunnels ausschreiben.


red, Titelfoto: DB AG / Uwe Miethe