Bahnprojekt Ulm–Augsburg: Raumordnungsverfahren soll Ende 2022 beginnen

Durch den geplanten Ausbau der rund 85 Kilometer langen Bahnstrecke Ulm–Augsburg soll die Fahrzeit zwischen beiden Städten künftig verkürzt werden. 


Für dieses Projekt soll Ende 2022 das Raumordnungsverfahren beginnen, mit dem mögliche Varianten auf ihre Verträglichkeit für Mensch und Umwelt untersucht werden. Im Jahr 2024 soll dann die Vorzugsvariante für den Streckenausbau stehen. Bei einem Treffen in Berlin hat DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla in der vergangenen Woche die schwäbischen CSU-Bundestagsabgeordneten Ulrich Lange und Hansjörg Durz über das Projekt informiert. Mit den Planungen für das Vorhaben hat die Deutsche Bahn bereits Ende 2019 begonnen.

„Wir wollen für den Deutschlandtakt der Bahn die Fahrzeit zwischen Ulm und Augsburg um mehr als zehn Minuten verkürzen. Unter einer Stunde wird künftig die Fahrzeit von Augsburg nach Stuttgart liegen, noch weniger zum Stuttgarter Flughafen“, erklärt DB-Vorstand Ronald Pofalla. Ulrich Lange begrüßt die Initiativen der DB zur Beschleunigung dieses wichtigen Projektes und ergänzt: „Wir wollen schon 2024 die Entscheidung zur Vorzugsvariante für den Bahnausbau treffen, um so rasch wie möglich in die Umsetzung des Projektes zu kommen.“ Laut Hansjörg Durz kämpfe die ganze Region seit Jahren für attraktivere, schnellere Schienenverbindungen. Besonders deutlich sei dies zuletzt Anfang Februar auf einer gemeinsamen Gemeinderatssitzung von 13 Kommunen in der Stadthalle Neusäß gewesen. „Deshalb freue ich mich, dass die Planungen für den Bahnausbau zwischen Ulm und Augsburg jetzt Fahrt aufnehmen. Die Einleitung des Raumordnungsverfahrens 2022 wird ein wichtiger Meilenstein. Wir werden die Planungen im Dialog mit der DB begleiten, um zu einer Lösung mit hoher Akzeptanz in der Region zu kommen“, so Durz.

Die rund 85 Kilometer lange Bahnstrecke zwischen Ulm und Augsburg gehört zu den zentralen Verkehrsachsen in Bayerisch-Schwaben. Seit mehr als 160 Jahren verbindet sie die beiden Großstädte miteinander. Nach Angaben der Deutschen Bahn soll die Fahrzeit im Fernverkehr in einigen Jahren um mehr als zehn Minuten auf 27 Minuten verkürzt werden. Seit 2016 ist das Vorhaben im Bundesverkehrswegeplan 2030 als Projekt mit „Vordringlichem Bedarf“ eingestuft. Damit und mit weiteren Ausbauprojekten sollen Fahrzeiten von unter einer Stunde von Augsburg zum Flughafen Stuttgart sowie Fahrzeiten zwischen München und Frankfurt am Main von 2 Stunden und 40 Minuten möglich werden. Im Vergleich zu heute seien das Fahrzeitgewinne von bis zu einer Stunde. Außerdem soll im Zuge des Bahnprojekts in den kommenden Jahren auch die Barrierefreiheit für alle Bahnhöfe der bestehenden Strecke zwischen Ulm und Augsburg geplant werden.


red, Titelfoto: DB AG

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