Nach Angriff durch Schwarzfahrer im Zug: Bundespolizei dankt 28-jährigem Fahrgast für Zivilcourage

Am Mittwoch (11. März) folgte ein 28-jähriger Mann der Einladung der Bundespolizei in das Revier nach Halle(Saale). Der syrische Staatsangehörige hatte sich Polizeiangaben zufolge am 21. Januar sehr vorbildlich verhalten und half einer Zugbegleiterin und einem weiteren Reisenden in sehr couragierter Art und Weise.


Was war passiert? Ein 20-jähriger Syrer nutzte einen Regional-Express auf der Strecke Halle(Saale) – Halberstadt. Der Mann führte keinen gültigen Fahrschein mit sich und war mit einer Fahrpreisnacherhebung, die die Zugbegleiterin ihn daraufhin ausstellen wollte, alles andere als einverstanden. Er beleidigte sie massiv und folgte auch nicht ihrer Aufforderung, den Zug am Haltepunkt Freckleben zu verlassen. Ein 39-jähriger Deutscher wollte der Frau daraufhin zu Hilfe kommen und wurde durch den „Schwarzfahrer“ unvermittelt mit einer Kopfnuss und einen Faustschlag ins Gesicht angegriffen. Dabei zog er sich Verletzungen an der Lippe und den Zähnen zu. Zudem wurde seine Brille beschädigt. Nachdem sich die Situation dementsprechend zugespitzt hatte, griff ein weiterer couragierter Fahrgast, der 28-jährige Syrer, ein. Er sprach seinen Landsmann zunächst auf deutsch und dann auch auf syrisch an. Aber auch ihm gelang es nicht, den aggressiven Mann zu beruhigen. Daher brachte er den Tatverdächtigen zu Boden, fixierte ihn und übergab ihn anschließend am Bahnhof Aschersleben einer alarmierten Bundespolizeistreife.

Diese Art der Zivilcourage sei heute leider nicht mehr alltäglich und daher umso vorbildlicher, sagte der stellvertretende Dienststellenleiter der Bundespolizeiinspektion Magdeburg, der Erste Polizeihauptkommissar Andreas Hesse. Er bedankte sich im Namen der Bundespolizei bei dem Syrer für sein Engagement und überreichte ihm die Urkunde der Bundespolizei für Zivilcourage sowie ein kleines Präsent. Über die Ehrung zeigte sich der Mann sichtlich erfreut.


red, Titelfoto: Bundespolizei