Einschränkungen wegen Corona-Krise erwartet: Aufgabenträger wollen Regionalverkehre auf Sonderfahrplan umstellen

Die Deutsche Bahn und andere Eisenbahnverkehrsunternehmen werden aufgrund der derzeitigen Corona-Krise ihren Fahrplan im Regionalverkehr vermutlich ab Dienstag oder Mittwoch einschränken. 


Medienberichten zufolge kommt es ab der kommenden Woche – möglicherweise ab Dienstag oder Mittwoch – zu weitgehenden Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr. Wie die Deutsche Bahn in einem Statement klar stellt, erfolgen die Einschränkungen aber nicht seitens des Unternehmens. „Wir sind von einzelnen Aufgabenträgern angesprochen worden, uns mit möglichen Angebotseinschränkungen auseinander zu setzen. Ziel der Aufgabenträger und der Unternehmen im Schienenpersonennahverkehr ist es dabei, mit verlässlichen Leistungen eine stabile Versorgung zu gewährleisten und die Mobilität in Deutschland aufrecht zu erhalten“, erklärt ein Bahnsprecher. „Die Entscheidung über die veränderten Fahrpläne treffen am Ende die Besteller.“

Der Regionalfahrplan soll aber auch heruntergefahren werden, weil laut einem SPIEGEL-Bericht erwarte werde, dass viele Bahnmitarbeiter wegen der Betreuung ihrer Kinder nicht zur Arbeit gehen können. „Wir wollen auf eine solche Situation gut vorbereitet sein, damit wir auch unter diesen schwierigen Umständen einen kalkulierbaren und stabilen Service anbieten können“, so ein Bahnsprecher dem Bericht zufolge. Man sei bestrebt, die Unannehmlichkeiten für die Kunden so gering wie möglich zu halten und Menschen an ihre Arbeitsstätten zu bringen. Zudem habe sich das Unternehmen entschieden, ab sofort keine Fahrkartenkontrollen in Regionalzügen mehr vorzunehmen. Die Schaffnerin oder der Schaffner sollen lediglich im Zug mitfahren. Das diene den Mitarbeitern, aber auch den Passagieren, falls sich jemand mit dem Coronavirus angesteckt hat.

Wie der SPIEGEL weiter berichtet, arbeiten derzeit die Disponenten von DB Regio in den verschiedenen Bundesländern an einem Zugfahrplan, der deutlich reduziert ist. Vorbild sei dabei der Sonntagsfahrplan, bei dem ein deutlich geringeres Angebot an Zügen verkehrt. Bislang gebe es keinen auffälligen Krankenstand beim Personal, sagte DB-Chef Richard Lutz am Freitag auf einer Pressekonferenz mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). Dies sei auch über das Wochenende so geblieben.


red, Titelfoto: Bahnblogstelle (Symbolbild)