Einschränkungen im Zugverkehr: Nahverkehrsangebote in Baden-Württemberg werden reduziert

Das Land Baden-Württemberg reduziert sein Nahverkehrsangebot mit Bussen und Bahnen. Trotz der Ausbreitung des Coronavirus soll aber ein stabiles Grundangebot im Öffentlichen Personennahverkehr bestehen bleiben.


Der öffentliche Verkehr mit Bahnen und Bussen soll in Baden-Württemberg auch während der derzeitigen Corona-Krise aufrechterhalten bleiben. „Wir werden für ein reduziertes, aber stabiles Grundangebot im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sorgen“, verspricht Verkehrsminister Winfried Hermann. „Dies ist wichtig, damit Menschen, die aus zwingenden Gründen den ÖPNV nutzen müssen, dies auch tun können. Natürlich hat der Schutz der Fahrgäste und des Betriebspersonals oberste Priorität. Es gilt, Vorsichtsmaßnahmen und Verhaltensregeln, wie zum Beispiel Abstand zu halten, zu befolgen.“

Ab 23. März kommt es zu Einschränkungen im Zugverkehr 

Unter Federführung der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) wird für die Zeit ab dem 23. März mit den Eisenbahnunternehmen auf allen Strecken (ohne S-Bahn Stuttgart) ein ausgedünntes, aber stabiles Grundangebot für berufsbedingt notwendige Fahrten geplant. Bis dahin verkehren die Züge im SPNV zunächst grundsätzlich nach dem regulären Fahrplan, erklärt das baden-württembergische Verkehrsministerium. Das Angebot solle nur im Einzelfall reduziert werden, wenn der Krankenstand des Betriebspersonals es akut erfordert. Trotz nachlassender Fahrgastzahlen sollen die Züge bis zum 22. März in gewohnter Taktdichte und Kapazität fahren. „Die Züge werden nicht verkürzt“, betonte der Verkehrsminister. „Wir wollen es den Fahrgästen erleichtern, die Sicherheitsabstände von mindestens 1,5 Metern zu Mitreisenden einzuhalten.“

Ab dem 23. März gelten folgende Leitlinien:

  • Reduzierung auf regelmäßige stündliche Angebote auf allen Strecken (wenn möglich mit Verdichtung zur morgendlichen Stoßzeit).
  • Weiterhin möglichst Züge in bisheriger Länge, um während der Fahrt den Abstand zwischen den Fahrgästen einhalten zu können.
  • Grundsätzliche Anbindung aller Haltepunkte vor allem von Krankenhäusern und Betreuungseinrichtungen. Dies bedeutet, das vorrangig Regionalbahnen mit allen Halten sichergestellt werden sollen, hingegen Expressverbindungen teilweise abgebaut werden.
  • Für den Fall, dass Betriebspersonal in Leitstellen und Stellwerken fehlt, und der Betrieb des Eisenbahnnetzes nicht an allen Stellen aufrechterhalten werden kann, sollen ersatzweise Busverkehre eingerichtet werden.

Hinweise zum ÖPNV mit Stadtbahnen und Bussen

Aufgrund der seit 17. März 2020 geltenden Schulschließungen finden im ÖPNV bereits Fahrplanreduzierungen bzw. Umstellungen auf Ferienfahrpläne statt. Minister Hermann sagte: „Zuständig für den öffentlichen Personennahverkehr vor Ort sind die Land- und Stadtkreise sowie die Verkehrsverbünde. Wir haben uns mit allen Beteiligten darauf verständigt, dass unter Wahrung der notwendigen Schutzmaßnahmen in den Verbünden ein Grundangebot an ÖPNV-Versorgung sichergestellt ist.“


red, Titelfoto: Rainer Sturm / Pixelio (Symbolbild)