In NRW gilt ab Sonntag ein Sonderfahrplan – Zugangebot wird um etwa die Hälfte reduziert

Die Eisenbahnverkehrsunternehmen in Nordrhein-Westfalen haben gemeinsam mit den Aufgabenträgern VRR, NVR und NWL einen Sonderfahrplan für den Schienenpersonennahverkehr erarbeitet, der ab dem morgigen Samstag (21. März) schrittweise umgesetzt wird und vorerst bis 19. April gilt.


Der neue Fahrplan wird zu einer deutlichen Reduzierung des Angebots auf den meisten Linien führen. Insgesamt sollen die Leistungen NRW-weit etwa um die Hälfte reduziert werden, heißt es. „Mit dem Sonderfahrplan stellen wir eine stabile Grundversorgung sicher. Menschen, die auf den Nahverkehr bei der Bahn angewiesen sind, bleiben damit mobil – trotz eines verringerten Angebots. Krankenschwestern, Pflegepersonal, Mitarbeiter von Polizei und Lebensmitteleinzelhandel müssen auch weiterhin zu ihren Arbeitsplätzen kommen“, sagte NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst.

Nach Möglichkeit soll jede Strecke weiterhin im Stundentakt bedient werden. Die Züge sollen weiterhin in bisheriger Kapazität fahren, damit Fahrgäste ausreichend Abstand zueinander halten können. Die Reinigung und Desinfektion der Fahrzeuge soll an notwendigen Stellen angepasst werden. Wo technisch möglich, öffnen die Fahrzeuge automatisch die Türen, um eine bessere Durchlüftung zu gewährleisten und das Drücken des Türöffners seitens der Fahrgäste und somit das Ansteckungsrisiko zu vermindern. Die Zugbegleiter sollen auch weiterhin zur Entlastung der Triebfahrzeugführer (z. B. beim Einstieg mobilitätseingeschränkter Personen) mitfahren, verzichten aber auf überflüssige Fahrzeugdurchgänge. Alle Züge haben Aussteigekarten für den Fall an Bord, dass Erkrankte in den Zügen angetroffen werden. Mit den Aussteigekarten werden dann die Daten der Mitreisenden erfasst, um Infektionsketten zu lokalisieren.

Wie in zahlreichen anderen Unternehmen sind auch die Eisenbahnverkehrsunternehmen von den Folgen der Pandemie betroffen und verzeichnen eine gestiegene Zahl von Krankheitsfällen und Mitarbeitern in Quarantäne, teilt unter anderem National Express mit. Deswegen sei die Reduktion des Angebots zum jetzigen Zeitpunkt richtig, weil der Sonderfahrplan geordnet umgesetzt werden könne.


red, Titelfoto: National Express (Archiv)

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