Beschädigung an ICE-Strecke festgestellt – LKA Hessen ermittelt wegen möglichem Anschlagsversuch

  UPDATE   Auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Köln und Frankfurt am Main sind Beschädigungen am Gleis festgestellt worden. Das Landeskriminalamt Hessen und die Bundespolizei ermitteln wegen eines möglichen Anschlagsversuchs.


Auf der Theißtalbrücke bei Niedernhausen in Hessen sind auf einer Länge von rund 80 Metern gelöste Schienenschrauben festgestellt worden. Ein ICE-Lokführer hatte am frühen Freitagmorgen (20. März) bemerkt, dass sein Zug unruhig über die Brücke gefahren war und meldete den Vorfall. Bei einer anschließenden Streckenkontrolle stellten Bahnmitarbeiter fest, dass die Schienen auf der Brücke sich schon gelöst hatten und laut einem Bericht des SPIEGEL „fünf Zentimeter mehr auseinander standen als normal“. Wenn noch weitere Züge die Brücke passiert hätten, so eine erste Einschätzung der Ermittler, wären die Züge möglicherweise entgleist und von der Brücke gestürzt. Daher werde der Vorfall sehr ernst genommen. Die Bahnstrecke wurde um 8:13 Uhr gesperrt, alle Züge wurden umgeleitet.

Unter Federführung der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main ermittelt das Landeskriminalamt Hessen zu den Hintergründen und zum Verursacher der Beschädigungen an der Bahnstrecke. Es erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit der Bundespolizei. Die Polizei hat am Ereignisort umfangreiche Spurensicherungsmaßnahmen durchgeführt und den Bereich unter anderem auch mit Hilfe eines Polizeihubschraubers weiträumig abgesucht. Da die Ermittlungen aktuell in alle Richtungen geführt werden, könne auch ein möglicher versuchter Anschlag nicht ausgeschlossen werden, teilt das Polizeipräsidium Westhessen mit.

Zeugen, die im Umfeld der Bahnstrecke verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0800/110 3333 zu melden.

Die Theißtalbrücke wurde im Jahr 2001 für die Hochgeschwindigkeitsverbindung von Köln nach Frankfurt gebaut. Die 484 Meter lange Balkenbrücke ist an der höchsten Stelle 50 Meter hoch.


red, Titelfoto: Bundespolizei (Symbolbild)