Allianz pro Schiene: Schiene ist systemrelevant – Politik muss Weiterbetrieb unterstützen

Der Branchenverband Allianz pro Schiene zieht nach den ersten Wochen der Corona-Krise eine positive Zwischenbilanz für den Eisenbahnverkehr.


„In diesen extrem schweren Zeiten ist der Schienenverkehr ein stabilisierender Faktor“, sagte Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene. „Auch verkehrsträgerübergreifend arbeiten die Unternehmen sowohl im Güter- als auch im Personenverkehr im Interesse der Kunden und des Allgemeinwohls auf beeindruckende Art und Weise zusammen.“ So erkennt die Deutsche Bahn beispielsweise in ihren Fernzügen Tickets des Konkurrenten FlixTrain an. Außerdem arbeiten die Deutsche Bahn und die Lufthansa bei der Rückholaktion von Touristen aus dem Ausland zusammen. Hier wird das Flugticket auch für die Heimfahrt im Zug akzeptiert.

Nach Angaben des Branchenverbands stehen die Güterbahnen bereit, Transporte zu übernehmen, die Lkw wegen der Beeinträchtigungen durch die Pandemie derzeit nicht mehr leisten können. „Die vielen hochleistungsfähigen Güterbahnen zeigen gerade in der Krise ihre besondere Leistungsfähigkeit und können daher Versorgungslage und Wirtschaftskreislauf stabilisieren“, so Ludolf Kerkeling, Vorstand der Havelländischen Eisenbahn AG. „Wir sind auch in diesen Tagen in der Lage, für Neukunden Transporte zu übernehmen“, sagt Henrik Würdemann, Geschäftsführer des Schienenlogistikers Captrain Deutschland GmbH. Der Hauptvorteil des Schienengüterverkehrs liege in normalen Zeiten wie in der Krise darin, dass er große Mengen mit vergleichsweise wenig Aufwand befördern kann, erklärt die Allianz pro Schiene. Ein Güterzug ersetze 52 Lkw-Fahrten, ein Triebfahrzeugführer 52 Lkw-Fahrer. Außerdem sei der Zugverkehr durch die Schließung der Grenzen deutlich weniger als der Straßenverkehr beeinträchtigt. An Staatsgrenzen können Lokführer wechseln und die Fracht fährt weiter.

„Die System-Relevanz der Schiene zeigt sich in Corona-Zeiten besonders deutlich“, betonte Flege. Es komme daher darauf an, den Betrieb auch in den kommenden Wochen und Monaten sicherzustellen. „Bund und Länder müssen ihren Teil dazu beitragen, dass die systemrelevante Schiene weiterarbeiten kann. Die dafür nötigen Maßnahmen sind breit gefächert. Zum Beispiel brauchen systemrelevante Schienen-Beschäftigte eine Notbetreuung für ihre Kinder und Übernachtungsangebote, auch wenn Hotels geschlossen werden. Wichtig ist auch angesichts der zu erwartenden langen Dauer der Krise, die Werkstätten offen zu halten.“


red, Titelfoto: Ulrike Leone / Pixabay

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