„Gemeinsam gegen Corona“: Deutsche Bahn schließt Pakt mit Gewerkschaften

Die Deutsche Bahn hat mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) eine Vereinbarung für den Systemverbund Bahn in Deutschland abgeschlossen.


Es geht um weitreichende Unterstützung für Eltern im Zusammenhang mit Kita- und Schulschließung und das Bekenntnis zu sicheren Arbeitsplätzen, teilt das Unternehmen mit. „Es ist ein wichtiges Signal, dass wir in der Krise zusammenhalten und im Schulterschluss für die DB-Beschäftigten vorangehen“, so Personalvorstand Martin Seiler.

DB, EVG und GDL betonen das gemeinsame Ziel, die Gesundheit der Mitarbeitenden, ihrer Familien sowie der Kunden bestmöglich zu schützen und gleichzeitig den Bahnbetrieb so lange und so gut wie möglich aufrecht zu erhalten, um in Deutschland eine stabile Grundversorgung mit Verkehrsdienstleistungen zu gewährleisten. Den Berufsgruppen im Eisenbahnverbund in Deutschland kommt hierbei eine besondere Systemrelevanz zu.

Folgende Punkte sind nach DB-Angaben vereinbart worden:

  • Die Deutsche Bahn gewährleistet die Sicherheit der Arbeitsplätze. „Die Beschäftigten müssen sich keine Sorgen machen, ihre Arbeitsplätze sind sicher. Aus Anlass der Corona-Krise wird es keine Kündigungen geben“, betont Seiler.
  • Für Eltern, die wegen der Kita- und Schulschließung keine alternative Lösung für die Betreuung ihrer Kinder haben, wurde die Möglichkeit zur Arbeitsbefreiung von insgesamt bis zu 15 Arbeitstagen bei gleichzeitiger Lohnfortzahlung vereinbart.
  • Generell gilt: Soweit den Beschäftigten die Arbeitsleistung infolge der Corona-Krise nicht möglich ist und keine anderweitigen Optionen zu einer Fortsetzung der Tätigkeit bestehen (z. B. andere Lage der Arbeitszeit, anderer Arbeitsort, Anpassung der Tätigkeit, Home Office/ mobiles Arbeiten), wird das verstetigte Entgelt ungekürzt fortgezahlt.
  • Die Vereinbarung sieht individuelle flexible Möglichkeiten vor, um unbürokratisch Arbeitszeiten entsprechend auszugleichen oder nachzuarbeiten.
  • Es herrschte Einvernehmen, dass in bestimmten Bereichen die Nutzung von Kurzarbeit ein probates Mittel sein kann. Diese erfolgt auf der Basis von tariflichen oder tarifvertraglichen und betrieblichen Regelungen und wird nur mit Zustimmung des Betriebsrats eingeführt.
  • In Härtefällen, in denen ein solcher Ausgleich nicht möglich ist, wurden individuelle Lösungen vereinbart.
  • Die Vereinbarung gilt befristet bis zum 31. Juli 2020.

red, Titelfoto: DB AG / Oliver Lauer