Messerattacke auf Lokführer: Reinigungskräfte überwältigen 29-jährigen Angreifer

Am Mittwochabend (25. März) gegen 22:40 Uhr ist es am Magdeburger Hauptbahnhof zu einem Messerangriff auf einen Triebfahrzeugführer des Bahnunternehmens Abellio gekommen.


Polizeiangaben zufolge befand sich der 54-jährige Triebfahrzeugführer am Bahnsteig 5 vor seinem Zug, als er von einem 29-Jährigen angesprochen wurde. Er forderte den Eisenbahner auf, ihn sofort nach Oschersleben zu fahren. Der Triebfahrzeugführer lehnte dies mit der Begründung ab, dass er gemäß Fahrplan jetzt nach Haldensleben fahren werde. Der 29-jährige Mann fing daraufhin an, den Triebfahrzeugführer zu beleidigen. Kurz darauf zog er in seiner Aggression ein 7,5 Zentimeter langes Küchenmesser aus seiner Tasche und griff den Eisenbahner damit an. Dem 54-Jährigen gelang es, die Attacke zunächst abzuwehren und den Angreifer auf dem Boden zu fixieren. Im weiteren Verlauf konnte sich der 29-Jährige aber wieder aus dieser Fixierung befreien und griff erneut an. Nur das beherzte Eingreifen von zwei Mitarbeitern der Bahnreinigung, die den Angreifer stellen konnten und bis zum Eintreffen der Bundespolizei festhielten, verhinderte offenbar Schlimmeres. Die alarmierten Beamten legten dem Tatverdächtigen Handfesseln an und brachten ihn zur Identitätsfeststellung auf die Dienststelle. Gegen diese polizeiliche Maßnahme wehrte er sich. Bei dem Angreifer wurde ein Atemalkoholwert von 1,9 Promille gemessen. Der angegriffene Triebfahrzeugführer trug glücklicherweise, außer Kratzern, keine sichtbaren ernsthaften Verletzungen bei dieser Attacke davon und lehnte auch eine ärztliche Behandlung ab. Er brach seinen Dienst ab und begleitete die Bundespolizisten zur Aussageaufnahme auf die Dienststelle.

Der 29-jährige Tatverdächtige wird sich nun wegen gefährlicher Körperverletzung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte Beleidigung und Bedrohung verantworten müssen. Mit den beiden Bahnmitarbeitern, die eingegriffen haben und den mutmaßlichen Täter bis zum Eintreffen der Beamten festhielten, will sich die Bundespolizei in Verbindung setzen, um ihnen für ihre gezeigte Zivilcourage zu danken.


red

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