++ UPDATE ++ Schweres Zugunglück: Güterzug kollidiert bei Auggen mit Brückenteil und entgleist

  UPDATE   Am Donnerstagabend (2. April) hat sich südlich von Auggen im Markgräflerland ein schweres Zugunglück ereignet. Bei dem Unfall wurde ein Mensch getötet, weitere Personen wurden verletzt.


Nach bisherigen Informationen war gegen 19:30 Uhr ein Güterzug, der auch einen Personenwagen mit sich führte, bei Bahnkilometer 240,4 mit einem tonnenschweren Brückenteil kollidiert und entgleist. Die Lok und mehrere Wagen wurden stark beschädigt. Der Zug war als „Rollende Landstraße“ unterwegs und beförderte neben den Lastwagen auch die Lkw-Fahrer in einem hinter der Lok befindlichen Personenwagen. Polizei, Technisches Hilfswerk, Feuerwehr und der Rettungsdienst waren mit einem Großaufgebot an der Unfallstelle im Einsatz.

Die Rheintalstrecke zwischen Basel und Freiburg im Breisgau ist derzeit komplett gesperrt. Nach ersten polizeilichen Erkenntnissen war das Betonteil von einer Brücke auf die Gleise gestürzt. Bei dem Toten handelt es sich um den Lokführer des Zuges. Im Waggon hinter der Lok befanden sich insgesamt zehn Lkw-Fahrer, sie erlitten größtenteils nur leichte Verletzungen. Güterzug DGS 43635 war auf dem Weg von Freiburg nach Italien. Durch das Unglück entstanden massive Beschädigungen am Oberbau und den Oberleitungsanlagen.

„Unsere Gedanken sind jetzt bei dem verunglückten Lokführer und seinen Angehörigen. Den Verletzten wünschen wir schnelle Genesung“, sagte Thorsten Krenz, der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für Baden-Württemberg.

Brückenrückbau im Bereich der Unfallstelle

Im Bereich der Unfallstelle zwischen Müllheim und Auggen baut die Deutsche Bahn die Rheintalbahn für eine moderne Schieneninfrastruktur viergleisig aus. Im Rahmen des Streckenausbaus wurde die Straßenüberführung Fischerpfad etwa 270 Meter südlich der bestehenden Brücke neu errichtet. Parallel dazu hatten bereits die Arbeiten für den Rückbau der alten Überführung begonnen. Laut den im März angekündigten Bauvorhaben wurden in der Nacht vom 28. auf den 29. März, von 23 bis 6 Uhr, Sägearbeiten durchgeführt. Anschließend sollte die Brücke in der Nacht vom 4. auf den 5. April, zwischen 23 und 6 Uhr, demontiert werden. In einer Pressemitteilung der Deutschen Bahn vom 23. März (die mittlerweile nicht mehr abrufbar ist) hieß es: „Da mit den eingesetzten Maschinen aus Sicherheitsgründen nicht am befahrenen Gleis beziehungsweise unter eingeschalteter Oberleitung gearbeitet werden darf, müssen die Arbeiten am Wochenende und in der Nacht stattfinden. Unter der Woche und tagsüber kann die Strecke aufgrund des hohen Zugaufkommens nur in Ausnahmefällen für Bauarbeiten gesperrt werden.“

Wie es genau zu dem tragischen Unglück kommen konnte, ist noch unklar. Die Deutsche Bahn unterstützt nach eigenen Angaben die Behörden bei der Ermittlung der Unfallursache.

Beeinträchtigungen im Bahnverkehr

Auf folgenden Verbindungen im Fernverkehr kommt es zu Einschränkungen:

  • ICE-Züge Berlin – Kassel-Wilhelmshöhe – Frankfurt (M) – Mannheim – Basel Bad Bf
  • ICE-Züge Kiel/Hamburg – Hannover – Kassel-Wilhelmshöhe – Frankfurt (M) – Mannheim – Basel Bad Bf
  • ICE-Züge Dortmund – Köln – Frankfurt (M) Flugh – Mannheim – Basel Bad Bf

Die Züge in Richtung Norden beginnen in Freiburg (Breisgau). In Richtung Süden enden die Züge vorzeitig in Freiburg (Breisgau). Zwischen Müllheim und Schliengen verkehrt ein Ersatzverkehr mit Bussen. Von dort besteht mit dem Regionalverkehr Anschluss nach Basel bzw. Freiburg (Breisgau). Die Reisezeit verlängert sich um bis zu 90 Minuten.


red, Titelfoto: Twitter / John Caulfield

 

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