VRR: DB Regio soll S-Bahn-Linien S1 und S4 bis 2031 weiterbetreiben

Die DB Regio AG wird auch ab Dezember 2021 die beiden S-Bahn Linien S 1 und S 4 der S-Bahn Rhein-Ruhr betreiben. Das Unternehmen konnte sich im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung gegen die Konkurrenz durchsetzen, wie der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) mitteilt. 


Bereits seit Mitte Dezember 2019 betreibt die Nahverkehrstochter der Deutschen Bahn, DB Regio, im Rahmen einer Notmaßnahme die beiden S-Bahn-Linien S 1 und S 4 für einen Zeitraum von zwei Jahren. Vorausgegangen war die Kündigung des Verkehrsvertrages mit dem Bahnunternehmen Keolis Deutschland GmbH & Co. KG im Herbst des vergangenen Jahres. Parallel zur Notmaßnahme wurde noch im Dezember 2019 ein europaweites Vergabeverfahren zur Neuvergabe der Linien gestartet. Nach Angaben des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) hat sich DB Regio in diesem Verfahren nun mit einem wirtschaftlichen Angebot durchsetzen können und soll nach Ablauf der 10-tägigen Einspruchsfrist den Zuschlag erhalten. Die Vergabe umfasst Verkehrsleistungen von jährlich rund 4,9 Millionen Zugkilometer.

Die Linie S 1 ist die nachfragestärkste S-Bahn-Linie im VRR-Gebiet und verkehrt von Solingen über Düsseldorf, Duisburg, Mülheim an der Ruhr, Essen und Bochum nach Dortmund Hbf. Die Linie S 4 fährt von Dortmund-Lütgendortmund über Dortmund Stadthaus und Unna-Königsborn bis Unna. Auf den beiden S-Bahn-Linien sollen auch künftig die aktuell verkehrenden, rundum modernisierten Fahrzeuge des Typs ET 422 im grün-weißen Design zum Einsatz kommen, die dem Eisenbahnverkehrsunternehmen für den Betrieb bereitgestellt werden.

Nach der Vergabeentscheidung durch die Gremien von Verkehrsverbund Rhein-Ruhr und Nahverkehr Westfalen Lippe (NWL) soll DB Regio die Linien bis Dezember 2031 betreiben. Zur Verbesserung der Qualität haben VRR und NWL nach eigenen Angaben im künftigen Verkehrsvertrag zudem neue Anreize und Regelungen für eine Steigerung der Leistungsgerechtigkeit verankert. Hierzu gehört beispielsweise ein Bonussystem für Mitarbeiter, wenn die Kundenzufriedenheit besonders hoch ist. Außerdem wird der Betreiber verpflichtet, während der Vertragslaufzeit über 50 neue Triebfahrzeugführer auszubilden; knapp die Hälfte davon als „Eisenbahner im Betriebsdienst, Fachrichtung Lokführer und Transport“. Eigenverschuldete Zugausfälle, beispielsweise aufgrund fehlender Triebfahrzeugführer, sollen deutlich stärker als bisher pönalisiert werden, fremdverschuldete Ausfälle dagegen weniger. Mit dem Angebot habe DB Regio laut VRR ein umfangreiches Betriebsaufnahme- und Personalkonzept vorgelegt, das Grundlage für einen gesicherten Betrieb ab Dezember 2021 sei. Zudem muss DB Regio bereits ab Sommer 2020 einen „Netzmanager Qualität“ für alle qualitativen Belange der Linien S 1 und S 4 sowohl in der Phase der Betriebsvorbereitung als auch während der kompletten Vertragslaufzeit vorhalten.

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red, Titelfoto: DB AG