Eisenbahnunfallermittler nennen Ursache für ICE-Brand bei Montabaur im Oktober 2018

Nach Angaben der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung (BEU) ist der ICE-Brand bei Montabaur im Oktober 2018 durch einen technischen Defekt ausgelöst worden. Bei dem Vorfall entstand ein Sachschaden in Höhe von über 31 Millionen Euro.


© Freiwillige Feuerwehr Horhausen

Die BEU hat ihren Untersuchungsbericht zum Fahrzeugbrand vom 12. Oktober 2018 veröffentlicht. Damals war ICE 511 auf der Fahrt von Köln Hbf nach München Hbf zwischen der Überleitstelle (Üst) Willroth und Montabaur auf freier Strecke in Brand geraten. Das Feuer brach am vorletzten Wagen des hinteren Triebzuges aus.

Die Unfallermittler gehen davon aus, dass der Brand wahrscheinlich durch den Bruch einer Zugstange ausgelöst wurde. Zur Ursache heißt es im Bericht: „Durch die Herabsetzung der Einspannkraft kam es zu Relativbewegungen im Aktivteil des Haupttransformators und Beschädigungen von Leiterisolierungen. Diese führten zu einem Windungskurzschluss. Durch den damit verbundenen schlagartigen Druckanstieg im Trafokessel kam es zum Bruch der Durchführungsbuchse des Überspannungsableiters. Das an dieser Stelle ausströmende Trafoöl bildete ein entzündliches Aerosol, welches sich an einem kurzschlussbedingten Lichtbogen bzw. den sehr stark erhitzen Bauteilen im Bereich der beschädigten Durchführungsbuchse des Überspannungsableiters entzündete.“ Die in der Folge anstehende Wärmeenergie habe dann zum Fahrzeugbrand geführt, schreibt die BEU.

© BEU

Dem Bericht zufolge wurden während der Evakuierungsmaßnahmen fünf Personen leicht verletzt. Die Wagen 93 80 5403 626-5 und 93 80 5403 526-7 des Triebzuges (Tz) 326 wurden durch den Brand völlig zerstört bzw. stark beschädigt. Aufgrund des Triebzugkonzeptes sei für die restlichen Wagen des betroffenen Halbzuges ein Einsatz derzeit nicht mehr möglich. In Folge des Ereignisses kam es zu Beschädigungen an der Oberleitung, an den Anlagen der Leit- und Sicherungstechnik (LST) und am Oberbau. Die entstandenen Sachschäden am Fahrzeug und an der Infrastruktur wurden auf insgesamt ca. 31,3 Millionen Euro geschätzt. Auf der Schnellfahrstrecke zwischen den Betriebsstellen Üst Willroth und Montabaur kam es in der Zeit vom 12. Oktober bis 2. Dezember 2018 zu erheblichen Betriebserschwernissen.


red, Titelfoto: Bundespolizei

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