Bundespolizei gibt weitere Infos zum Bahnunfall zwischen München und Olching bekannt

Zum Bahnbetriebsunfall während einer Messfahrt am Mittwochnachmittag (8. April), bei der eine IC-Zuggarnitur im Bereich der Eschenrieder Spange auf eine Lokomotive auffuhr und zwei DB-Mitarbeiter leicht verletzt wurden, kann die Bundespolizei nun gesicherte Auskünfte erteilen.


Bei einer Messfahrt mit einem Zugverband, bestehend aus zwei Lokomotiven und einem angekuppelten Intercity-Triebzug, vom Rangierbahnhof Nord in Richtung Olching, kam es gegen 15:35 Uhr zu einem Bahnbetriebsunfall. Innerhalb des Zugverbandes war die zweite, mittlere Lokomotive mit dem Triebzug über eine Kupplung verbunden.

Im Rahmen der Messfahrt kam der Zugverband auf Höhe des Bahnkilometers 10,6 planmäßig zum Stehen. Als der Zugverband wieder auf ca. 30 km/h beschleunigte, brach nach ersten Erkenntnissen, ein Kupplungsbolzen. Dadurch löste sich der angekuppelte Intercity von der Lokomotive, wodurch die Luftkupplungsschläuche abrissen, was zu einem Druckverlust innerhalb des Bremssystems führte. Dadurch kam es bei den beiden Lokomotiven sowie dem abgekuppeltem Intercity zu einer automatisch eingeleiteten Schnellbremsung.

Da die beiden vorausfahrenden Lokomotiven aufgrund ihres leichteren Gewichts einen kürzeren Bremsweg als der Triebzug hatten, fuhr der Intercity nach ca. 45 Metern, auf die zweite Lokomotive auf. Dabei schob sich die Front des Intercity unter das Heck der zweiten Lokomotive, wodurch das Drehgestell der beiden hinteren Achsen ca. 5 Meter nach dem Aufprall aus den Schienen gehoben wurde und der Zugverband entgleiste. Anschließend kamen alle drei Fahrzeuge zum Stehen.

Auf der Zuggarnitur und den beiden Lokomotiven befanden sich zum Unfallzeitpunkt fünf DB-Mitarbeiter. Dabei wurde ein 36-jähriger Lokführer mit Verdacht auf Gehirnerschütterung vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus transportiert. Ein weiterer DB-Mitarbeiter klagte über Rückenbeschwerden. Weitere Geschädigte sind der Zughersteller ALSTOM, der Besitzer des Intercity, die DB Cargo AG als Eigentümer einer Lokomotive sowie die DB Netz AG, da durch die Entgleisung auch Schäden an der Infrastruktur entstanden waren.

Am Unfallort wurden von bahnkundigen Beamten der Bundespolizei Beweismittel gesichert und zusammen mit Gutachtern Ermittlungen zur Unfallursache eingeleitet. Zur genauen Höhe der entstandenen Sachschäden kann die Bundespolizei noch keine genauen Angaben machen. Allerdings wird der Gesamtschaden auf einen geringen siebenstelligen Euro-Betrag geschätzt. Warum der Kupplungsbolzen brach ist derzeit noch Teil der Ermittlungen.


red, Titelfoto: Bundespolizei

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