Unzulässige Vorbeifahrt an Haltsignal führte im April 2019 zur Zugkollision in Düsseldorf

Die Zugkollision in Düsseldorf im April des vergangenen Jahres ist durch eine unzulässige Abfahrt und das Missachten eines Halt zeigenden Sperrsignals verursacht worden.


Wie die Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung (BEU) in ihrem 🔗 Untersuchungsbericht schreibt, hatte der Triebfahrzeugführer (Tf) des Leerreisezuges RE-D 5106 in Gleis 17 sein Fahrzeug in Bewegung gesetzt, obwohl er dafür keine Zustimmung durch den Fahrdienstleiter erhalten hatte und das für ihn gültige hohe Formsperrsignal Hs17 noch Sh0 (Halt! Fahrverbot) zeigte. Das Gruppenausfahrsignal zeigte den Signalbegriff Hp2 (Langsamfahrt), welches für einen anderen Zug bestimmt war. In der Folge stieß der Leerreisezug mit einem zur gleichen Zeit ebenfalls ausfahrenden zweiten Zug von Gleis 19 kommend zusammen.

Leerreisezug RE-D 5106, geführt von einem Tf von DB Regio MItte, kollidierte am 13. April 2019 gegen 13:23 Uhr während der Ausfahrt aus dem Düsseldorfer Abstellbahnhof in Richtung Düsseldorf Hbf auf Höhe der Weiche 17 mit Abellio-Zug DLr 92365. Verletzt wurde bei dem Unfall niemand. Der entstandene Sachschaden an der Infrastruktur und den Fahrzeugen wird mit rund 530.000 Euro angegeben.

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Warum der Tf von RE-D 5106 seinen Zug ohne Zustimmung zur Abfahrt in Bewegung setzte, anschließend auf ca. 40 km/h beschleunigte und den Haltbegriff am Sperrsignal ignorierte, konnte laut den Unfallermittlern nicht geklärt werden. Der unfallverursachende Tf wollte sich dem Bericht zufolge nicht zu dem Vorfall äußern. Trotz einer Zwangsbremsung durch das Zugsicherungssystem PZB am Halt zeigenden Sperrsignal Hs17 kam der Zug wegen der relativ hohen Geschwindigkeit und dem verbleibenden Weg bis zum Gefahrpunkt in der Weiche 17 nicht rechtzeitig zum Halten.


red, Titelfoto: BEU