Bundeskartellamt erlaubt Übernahme der Loksparte von Vossloh durch chinesischen Zughersteller

Das Bundeskartellamt hat am Dienstag (27. April) die Übernahme der in Kiel ansässigen Vossloh Locomotives GmbH durch den chinesischen Zughersteller CRRC – trotz erheblicher Bedenken – freigegeben.


Laut der Wettbewerbsbehörde spiele CRRC, der weltweit größte Hersteller von Schienenfahrzeugen, auf dem europäischen Markt bislang „nur eine untergeordnete Rolle.“ Zur Begründung teilt das Kartellamt mit, dass die Muttergesellschaft Vossloh AG bereits 2014 entschieden hatte, das Unternehmen zu verkaufen. Seitdem seien etablierte Bahntechnik-Hersteller wie Alstom, Stadler und Toshiba mit innovativen Antriebstechniken in den europäischen Markt eingetreten, die jetzt ebenfalls Rangierlokomotiven anbieten. In diesem Fahrzeugmarkt finde derzeit ein Technologiewechsel hin zu Hybrid-Antrieben sowie sogenannten Dual-Mode-Lokomotiven statt. Das Zielunternehmen Vossloh Locomotives sei mit solchen Lokomotiven bislang nicht vertreten und dadurch in einen wettbewerblichen Rückstand geraten, heißt es in der Mitteilung der Behörde weiter.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes: „Obwohl es sich bei CRRC um ein durch den chinesischen Staat stark protegiertes Unternehmen handelt, das gleich in zwei Industriestrategien – ‚Made in China 2025‘ und ‚Neue Seidenstraße‘ – eine wichtige Rolle spielt, zeigt der Fall, dass chinesische Staatsunternehmen zwar mit großer wirtschaftlicher Kraft in Märkte eintreten, dass das aber nicht generell mit einer Bedrohung für den Wettbewerb gleichgesetzt werden kann.“

Vossloh verkauft Lokomotivenbau an chinesischen Zughersteller


red

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