Deutscher Bahnkunden-Verband ist gegen Maskenzwang im Fernverkehr – DBV-Präsident: „Idee ist realitätsfern“

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Im Nahverkehr gilt seit einigen Tagen die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung. Geht es nach Andreas Scheuer (CSU) sollte diese Regelung auch auf den Fernverkehr ausgeweitet werden. Der Bundesverkehrsminister will sich dafür beim Bund-Länder-Treffen am morgigen Donnerstag einsetzen. Dagegen spricht sich jetzt allerdings der Deutsche Bahnkunden-Verband (DBV) aus.

Eine Reservierungspflicht sowie der Maskenzwang würde den Nutzerkreis, der mobil sein muss, erheblich einschränken, heißt es von Seiten des Verbands. Im Moment und vermutlich noch auf längere Zeit werde die Überfüllung von Fernverkehrszügen sicherlich nicht das Problem sein. Deshalb fordert der DBV eher naheliegendere Maßnahmen: So könnte jeder zweite Sitzplatz durch einen Hinweis gesperrt werden. Diese Schutzmaßnahme des Abstandhaltens sei nach Meinung des DBV ausreichend, um das Ansteckungs- und Übertragungsrisiko zu minimieren. Im Gegensatz zu Scheuer sieht der DBV keinen „Systembruch“ bei der Tragepflicht. Es sei schlichtweg die Frage nach dem Sinn.

DBV-Präsident Gerhard J. Curth lädt Verkehrsminister Scheuer zu einer gemeinsamen Bahnfahrt von Berlin in seinen Wahlkreis nach Passau ein. „Während der gesamten Fahrt von sechs Stunden darf er während der Fahrt die Maske aufbehalten. Zu besprechen haben wir genug! Nach der Fahrt sollte er überzeugt sein, dass seine Idee realitätsfern ist“, so Curth.

red