Drohen Sparmaßnahmen infolge der Corona-Krise? – EVG-Vize fordert Engagement des Bundes

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat sich gegen möglicherweise folgenschwere Erwartungen des Bundes an Einsparungen bei Bahn- und Busunternehmen in Deutschland ausgesprochen.


Der Bund werde in den nächsten Wochen mit milliardenschweren Finanzierungszusagen dafür Sorge tragen müssen, dass der öffentliche Nah- und Fernverkehr, ebenso wie der Schienengüterverkehr, weiter aufrechterhalten werden kann, sagte der stellvertretende EVG-Vorsitzende Klaus-Dieter Hommel. „Das ist angesichts der dramatisch zurückgegangenen Umsätze alternativlos.“ Denn die Unternehmen trügen nicht die Verantwortung für die massiven finanziellen Einbrüche infolge der Corona-Krise. Wenn es nun an Geld zur Finanzierung des täglichen Betriebs fehle, dürften dafür nicht die Beschäftigten die Zeche zahlen, so Hommel. Die EVG fordert daher, dass Politik und Unternehmen gerade jetzt an ihren wirtschaftlichen und ökologischen Zielen festhalten müssten. Für die Deutsche Bahn dürfe das Programm ‚Starke Schiene‘ nicht in Frage gestellt werden – vor allem mit Blick auf sichere Arbeitsplätze und den unbedingt notwendigen Beitrag des Schienenverkehrs für den Klimaschutz.

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Der EVG-Vizechef forderte den Bund eindringlich auf, seinen Verpflichtungen zur Modernisierung des Schienennetzes weiterhin uneingeschränkt nachzukommen. „Auch nach Corona muss es unser aller Ziel sein, die Verkehrswende weiter voranzutreiben.“ Jetzt am notwendigen Personal und an den geplanten Investitionen zu sparen, wäre fatal, so Hommel weiter. Wichtig sei jetzt, die Weichen richtig zu stellen, denn in jeder Krise stecke auch eine Chance.

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red, Titelfoto: Peter Freitag / Pixelio