ICE kollidiert mit Hirschkuh – Zug im Frontbereich stark beschädigt

Foto: Freiwillige Feuerwehr Muldestausee

Ein ICE auf dem Weg von Hamburg nach München ist am Mittwochabend (13. Mai) gegen 22:30 Uhr mit einem zunächst unbekannten Hindernis kollidiert.

Nach Angaben der Bundespolizei hatte der Triebfahrzeugführer im Streckenabschnitt zwischen Lutherstadt Wittenberg und Bitterfeld in der Nähe des Bahnhofs Burgkemnitz bei einer Geschwindigkeit von etwa 200 km/h einen Aufprall bemerkt und daraufhin eine Schnellbremsung eingeleitet. Der Zug, in dem sich 94 Reisende befanden, kam nach rund 1,6 Kilometern zum Stehen. Verletzt wurde niemand.

Wie sich im Rahmen der polizeilichen Ermittlungen vor Ort herausstellte, war der Zug mit einer Hirschkuh zusammengeprallt. Das Tier verendete noch vor Ort. Der Kadaver wurde aus dem Gleis geborgen und entsorgt.

Durch den Aufprall kam es zu einer starken Beschädigung an der Front des ICE. Die rechte Bugklappe wurde aus ihrer Verankerung gerissen und nach außen gedrückt, so dass sie in den Gleisen schleifte. Sie musste durch die Feuerwehr entfernt werden. Auch die linke Bugklappe wurde beschädigt.

Foto: Freiwillige Feuerwehr Muldestausee

Der Zug konnte gegen 0:05 Uhr zunächst mit verminderter Geschwindigkeit bis zum Bahnhof Bitterfeld weiterfahren. Dort verließen die Reisenden den ICE und setzten ihre Fahrt mit einem bereitgestellten Ersatzzug fort. Der beschädigte Zug wurde für die Reparatur ins ICE Werk nach Leipzig gefahren.

Aufgrund des Unfalls und der Streckensperrung zwischen Gräfenhainichen und Burgkemnitz kam es zu erheblichen Auswirkungen auf den Bahnverkehr. Polizeiangaben zufolge erhielten 15 Züge insgesamt 525 Minuten Verspätung, acht Züge mussten umgeleitet werden und sechs fielen aus.


red