Eisenbahnergewerkschaft befürchtet Abbau von mehr als 10.000 Stellen

Foto: Bahnblogstelle

Der Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Klaus-Dieter Hommel, befürchtet im Eisenbahnbereich einen Abbau von mehr als 10.000 Arbeitsplätzen.

Wie Hommel gegenüber der Bild am Sonntag sagte, drohe „ein dramatischer Stellenabbau“. Er rechne mit einem rigorosen Sparkurs zum Nachteil der Mitarbeiter, weil die Deutsche Bahn AG im Gegenzug für staatliche Hilfen etwa fünf Milliarden Euro, davon etwa 2,25 Milliarden beim Personal, einsparen wolle. „Die Umsetzung dieser Vereinbarung zwischen dem Konzern und der Bundesregierung heißt im Klartext: Abbau von weit über 10.000 Stellen bei der Deutschen Bahn im gesamten Bundesgebiet“, so der EVG-Chef.

Dies müsse unbedingt verhindert werden, betont Hommel, denn die Bahnmitarbeiter hätten in der Corona-Krise schließlich „jeden Tag ihre Gesundheit aufs Spiel gesetzt“, um den Zugverkehr aufrechtzuerhalten. Der Gewerkschaftschef warnte vor „einer knallharten Sparpolitik auf dem Rücken der Beschäftigten mit einer Halbierung der Ausbildungsplätze und einem Stopp der dringend benötigten Neueinstellungen“. Mitarbeitervertretung und Gewerkschaften müssten in einem „Bündnis für Beschäftigung und Mobilität“ Regelungen für sichere Arbeitsplätze vereinbaren. Der DB-Konzern beschäftigt derzeit etwa 213.000 Mitarbeiter in Deutschland.

Dem Staatskonzern fehlten bereits vor der Coronakrise mehrere Milliarden Euro allein für dieses Jahr. Bis 2024 wird mittlerweile ein Bedarf von bis zu 13,5 Milliarden Euro geschätzt, wie aus einem Papier von Bahn, Verkehrs- und Wirtschaftsministerium hervorging. Bis zu sieben Milliarden soll demnach der Steuerzahler per Kapitalerhöhung beisteuern.

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red/Reuters