Allianz pro Schiene kürt Eisenbahner mit Herz 2020

Foto: Allianz pro Schiene

Die Allianz pro Schiene hat die diesjährigen Gewinner des Wettbewerbs „Eisenbahner mit Herz“ bekannt gegeben. Darunter befindet sich auch ein mutiger Lebensretter.

Christoph Angstl von der Bayerischen Oberlandbahn erhielt die Goldmedaille für seinen selbstlosen, couragierten Einsatz. Gemeinsam mit einem Passanten zog er am Bahnhof in Rosenheim eine gestürzte 51-jährige Frau in letzter Sekunde vor einem einfahrenden Zug vom Gleis. Er habe auf beeindruckende Weise mit seinem beherzten Eingreifen das Leben einer Reisenden gerettet und damit ein schlimmes Unglück verhindert, urteilte die Jury über den Bundessieger 2020.

Die Silbermedaille ging an den Alltagshelden Mirko Mai. Der Zugbegleiter der Deutschen Bahn sammelte im Rahmen einer Zugfahrt mit Anhängern des Bundesligavereins Eintracht Frankfurt Leergut ein und leitete die Einnahmen aus dem Pfand als Spende an die Kinderkrebshilfe Mainz weiter. „Die Aktion mit den Pfandspenden für die Kinderkrebshilfe ist so vorbildlich, dass sie zum Modell für die ganze Bundesliga und die Fans von allen Clubs werden sollte“, so Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene. Mai überzeugte neben der Jury auch die Online-Gemeinde: Bei einer Facebook-Abstimmung erhielt er die meisten Likes und wurde so bereits Anfang April zum „Social Media Hero“ gekürt (Bahnblogstelle berichtete).

Die Gewinnerin der Bronzemedaille ist Tamara Lang. Die Kundenbetreuerin der Bayerischen Oberlandbahn kümmerte sich um einen Fahrgast, der im Zug Probleme mit dem Kreislauf bekam. Der 87-Jährige bedankte sich mit den Worten: „Sie war ein Engel in der Not.“

Wegen der Corona-Krise musste zwar die für den 16. April geplante feierliche Preisverleihung im Bundesverkehrsministerium ausfallen. „Dennoch haben die Eisenbahner und Eisenbahnerinnen mit Herz auch diesmal unser aller Anerkennung verdient“, sagte Flege am Dienstag in Berlin. „In diesen Tagen spüren die Menschen besonders deutlich, welchen Dienst diese Alltagshelden der Schiene für uns alle leisten. Auch in Corona-Zeiten brauchen wir öffentliche Mobilität, damit der Krankenpfleger oder die Supermarkt-Verkäuferin zur Arbeit kommen kann. Dafür sorgen jeden Tag auf vorbildliche Art und Weise Eisenbahnerinnen und Eisenbahner mit Herz.“

Sonderpreis für tolle Betreuung eines fünfjährigen Nachwuchseisenbahners

Wenn es einen Preis für den leidenschaftlichsten Nachwuchseisenbahner gäbe, ginge er an den fünfjährigen Bennett aus Hungen bei Gießen. Jeden Morgen klettert der Junge in seinem Wohnort auf eine Mauer, um den vorbeifahrenden Zug zu bestaunen und dem Lokführer zu winken. Abends geht er freiwillig ins Bett, um im Schlafzimmer der Eisenbahn draußen lauschen zu können. Als Stefan Leib und seine Kollegen von der Hessischen Landesbahn dies erfahren, lädt die HLB den Jungen zu ihrem Standort in Butzbach ein. Nach einer Werksbesichtigung inklusive Mitfahrt im Führerstand hat Bennett keine Zweifel mehr an seinem Traumberuf: Lokführer. Für diese tolle Betreuung durch die HLB-Kollegen vergab die Jury den Sonderpreis beim Eisenbahner mit Herz 2020.

Jury wählt elf Landessieger aus

Erneut kürte die Jury auch elf Landessieger von Mecklenburg-Vorpommern bis Baden-Württemberg. Die eine bringt eine Box voll toter Stechmücken zur glücklichen Besitzerin, die sie für ihre Forschung an Malaria-Medikamenten braucht. Der andere begeistert mit holländischem Witz und Akzent seine Fahrgäste mitten in Deutschland.


red/pm

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