Straßennetz wächst deutlich schneller – Schienenausbau hinkt hinterher

Foto: Pixabay

Obwohl die Deutsche Bahn im Klimaschutzprogramm der Bundesregierung eine zentrale Rolle spielen sollte, wurden 2019 deutlich mehr neue Straßen als Bahnstrecken gebaut. Das geht aus Antworten der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion hervor.

So wurden 61 Kilometer Autobahnen neu gebaut und 38 Kilometer ausgebaut. Bei Bundesstraßen waren es beim Neubau 122 Kilometer, bei Erweiterungen zwölf Kilometer. Beim Schienennetz kamen im Zuge von Ausbauten gerade einmal sechs Kilometer dazu. Dabei handelt es sich um jeweils ein zweites Gleis im Abschnitt zwischen Babelsberg und Potsdam in Brandenburg sowie zwischen Niesky und Horka in Sachsen. Dazu kam die Verlegung von S-Bahn-Gleisen in Frankfurt. Nicht enthalten sind allerdings Maßnahmen, um Verkehrsknoten zu entlasten sowie Ausbaumaßnahmen, die nicht den Bau eines zusätzlichen Gleises beinhalteten. In der Antwort der Regierung heißt es außerdem, 2019 seien keine Schienenwege oder Gleisanschlüsse der Eisenbahnen des Bundes stillgelegt worden.

Der bahnpolitische Sprecher der Grünen, Matthias Gastel, kritisiert nach Angaben der dpa, dass das Missverhältnis von Ankündigungen und Taten in der Verkehrspolitik immer größer werde. „In diesen Wochen erleben wir, wie die Bundesregierung zu Recht das System Bahn und seine Beschäftigten für die hohe Systemrelevanz in der Corona-Krise lobt.“ Doch beim Ausbau der Schiene sei die Leistungsbilanz von Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) „mager“. Vom Minister sei, so Gastel weiter, keine Verkehrswende mehr zu erwarten.


red/dpa

Advertisements