Lokführer soll Gullydeckel-Anschlag auf Zug selbst inszeniert haben

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Wegen Vortäuschens einer Straftat und gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr soll im Herbst ein 49-jähriger Lokführer vor Gericht stehen. Dem Mann wird vorgeworfen, dass er den vermeintlichen Anschlag auf seinen Zug in Bad Berleburg selbst inszeniert habe.

Als im April vor gut einem Jahr mehrere Gullydeckel, die per Seilkonstruktion an einer Brücke befestigt waren, in die Frontscheibe eines Regionalzuges einschlagen, gehen die Ermittler zunächst von einem versuchten Mordanschlag aus. Im Rahmen der Ermittlungen folgte dann aber die Wende. Jetzt steht der Lokführer selbst im Verdacht, die Tat begangen zu haben. Ab Mitte September soll der Prozess vor dem Amtsgericht Bad Berleburg beginnen.

Die Anklage der Ermittler stützt sich dabei laut einem Bericht von RP Online auf mehrere Indizien. So seien DNA-Spuren des 49-Jährigen an den Seilkonstruktionen gefunden worden. Ebenso sei man bei einer Wohnungsdurchsuchung auf diverse Schneidewerkzeuge, Handschuhe sowie ganz ähnliche Knoten wie an der Gullydeckel-Konstruktion am Brückengeländer gestoßen. Das Motiv sei noch unklar. Der Angeklagte bestreite die Vorwürfe.

Bei dem Vorfall, der sich am 13. April 2019 gegen 6:25 Uhr ereignete, befanden sich keine Fahrgäste an Bord des Zuges. Der Triebwagen war planmäßig als Leerfahrt auf dem Weg von Erndtebrück nach Bad Berleburg. Der Lokführer wurde nach damaligen Angaben der Polizei nur leicht verletzt, da er sich vor dem Aufprall wegducken konnte.


red