Bayerns Verkehrsministerin nominiert Altötting für den Wettbewerb „Bahnhof des Jahres“

Foto: Architekt Farthofer

„Bahnhof des Jahres“ – mit etwas Glück könnte diese Auszeichnung in diesem Jahr nach Altötting gehen. Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer hat den kürzlich neu sanierten und revitalisierten Bahnhof für einen bundesweiten Wettbewerb des Vereins Allianz pro Schiene nominiert.

„Der Altöttinger Bahnhof ist in vielerlei Hinsicht einzigartig und ein Schmuckstück im Bahnland Bayern“, schreibt die Ministerin in ihrem Brief an den Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege. „Er hat eine lange Geschichte als Pilgerbahnhof, ist komplett barrierefrei ausgebaut und wurde vor kurzem städtebaulich aufgewertet. Aus meiner Sicht hätte er es verdient, Bahnhof des Jahres zu werden.“

Die Stadt Altötting ist eine europaweit bedeutende Pilgerstadt, was sich auch an ihrem Bahnhof zeigt. Er verfügt nicht nur über einen eigenen „Pilgerbahnsteig“, an dem extra lange Sonderzüge für Pilger halten können. Auch ein großer Wartebereich, die Pilger- bzw. Bethalle, gehört zu seinen baulichen Besonderheiten. Bis 2019 sind der Bahnhof und sein Umfeld umfassend umgestaltet worden: „Heute ist der Bahnhof vollständig barrierefrei und zu einem Ort der Begegnung geworden“, so Ministerin Schreyer. Das denkmalgeschützte Empfangsgebäude bietet Raum für ein Café und ein Reisebüro, auch verschiedene Vereine sind in den Räumlichkeiten untergekommen. Im Obergeschoss des Bahnhofsgebäudes sowie im Westflügel wurden außerdem vier Wohnungen für anerkannte Flüchtlinge geschaffen. „Nicht nur dann, wenn tausende Pilger in die Stadt strömen, ist der Bahnhof voller Menschen“, so die Ministerin weiter. „Auch im Alltag ist er ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Touristen.“

Altötting liegt an der eingleisigen Bahnstrecke Mühldorf – Burghausen, die ebenso wie der Bahnhof von der Südostbayernbahn, einem Tochterunternehmen der Deutschen Bahn, betrieben wird. Durchschnittlich halten dort 34 Züge pro Tag, an einem Werktag werden rund 1.200 Ein- und Aussteiger gezählt. Bei der 2019 abgeschlossenen Umgestaltung des Bahnhofsgebäudes und -umfelds hat der Freistaat Bayern die Stadt Altötting aus der Städtebauförderung und dem Investitionspakt „Soziale Integration im Quartier“ mit 1,8 Millionen Euro unterstützt. In diesem Zusammenhang ist auch ein ansprechendes Bahnhofsumfeld mit kostenlosen Park&Ride-Parkplätzen und einer Bike&Ride-Anlage samt Ladestation entstanden – ein weiteres wichtiges Kriterium im Wettbewerb um den Bahnhof des Jahres.

Der Wettbewerb „Bahnhof des Jahres“ des Vereins Allianz pro Schiene wird seit 2004 ausgelobt. In der Vergangenheit konnten bereits fünf bayerische Bahnhöfe den Preis gewinnen: Oberstdorf (2006), Landsberg am Lech (2007), Aschaffenburg (2012), Murnau (2013) und Bayerisch Eisenstein (2017). Die Jury-Entscheidung über den Bahnhof des Jahres 2020 wird für das dritte Quartal 2020 erwartet.


red/pm

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