Störungsvorsorge bei der Deutschen Bahn: Rund 28.000 Weichen werden jetzt digital überwacht

Foto: DB AG / Volker Emersleben | aktualisiert am 7. Juni 2020, 13:38 Uhr

Im Schienennetz der Deutschen Bahn werden derzeit tausende Weichen digital überwacht. Sensoren registrieren dabei zum Beispiel einen erhöhten Stromverbrauch, der auf Defekte hinweisen kann.

Durch den Einsatz einer Stellstrom-Sensorik will das Unternehmen Probleme erkennen, bevor sie zur Störung werden und dann zielgerichtet Reparaturen durchführen. Nach Angaben der Deutschen Bahn wurde kürzlich die Digitalisierung von rund 28.000 Weichen abgeschlossen. Diese sind nun mit der Diagnose- und Analyseplattform DIANA verbunden. Begonnen hatte das Unternehmen mit den Arbeiten im Jahr 2016. Zudem sollen künftig auch 18.000 Weichenheizungen in die digitale Überwachung aufgenommen werden.

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Registriert das System ein mögliches Problem, werden die Techniker automatisch per SMS oder Mail informiert und können so eine vorbeugende Wartung vornehmen. Im vergangenen Jahr seien so 3.600 potenzielle Defekte erkannt worden, hieß es. Rund 66 Millionen Euro investierte die Deutsche Bahn bislang in diese Technik. Vor Einführung des neuen Diagnosesystems wurden Weichen in einem festen Turnus gewartet. Im Schienennetz der Deutschen Bahn sind nach Angaben der DB Netz AG bundesweit insgesamt mehr als 65.000 Weichen verbaut. Außerdem werde derzeit in Pilotprojekten geprüft, ob diese Technik auch zur Überwachung von Bahnübergängen und Stellwerken eingesetzt werden könnte.


red