SBB hat „umfassende Lehren“ aus dem Unfalltod des Zugbegleiters in Baden gezogen

Foto: SUST

Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) hat heute ihren 🔗 Schlussbericht zum tödlichen Unfall eines Kundenbegleiters im August 2019 in Baden veröffentlicht. Die SBB hat seit dem Unfall eine Reihe von Maßnahmen eingeleitet, um die Sicherheit fĂŒr Mitarbeitende und Reisende weiter zu erhöhen. Dazu zĂ€hlen ein angepasster Abfahrtsprozess, externe ÜberprĂŒfungen im Meldewesen und in den Instandhaltungsprozessen sowie die Erneuerung der TĂŒrkomponenten und -systeme.

Wie das Unternehmen mitteilt, habe der tragische Unfalltod eines Zugbegleiters im August 2019 in Baden (→ hier mehr dazu) die SBB erschĂŒttert. „Er hat gezeigt, dass bei der Sicherheit trotz den positiven Entwicklungen in den vergangenen Jahren Verbesserungspotenzial vorhanden ist“, schreibt die SBB in einer Mitteilung. Das Schweizerische Bahnunternehmen ist nach eigenen Angaben daran, die entsprechenden VerfĂŒgungen des Bundesamtes fĂŒr Verkehr (BAV) umzusetzen. Bereits direkt nach dem Unfall begann die SBB damit, eine Reihe von Maßnahmen mit dem Ziel einzuleiten, die Sicherheit von Mitarbeitenden und Reisenden zu erhöhen.

Fehlerhafte Einklemmschutz fĂŒhrte zum Unfall

Der Unfall ist laut dem Schlussbericht der SUST darauf zurĂŒckzufĂŒhren, dass sich „die TĂŒr 4 aufgrund des blockierten Endschalters ‚Pb 7‘ fĂ€lschlicherweise unmittelbar nach dem Erteilen des UIC-TĂŒrschliessbefehls durch den Zugchef schloss. Weil der Einklemmschutz nicht funktionierte, wurde der Zugchef beim Schliessvorgang mit dem linken Arm in der TĂŒr eingeklemmt. Durch den blockierten Endschalter ‚Pb 7‘ wurde die TĂŒr dem LokfĂŒhrer permanent als ‚geschlossen‘ gemeldet. Als die TĂŒrkontrolllampe im FĂŒhrerstand erloschen war, fuhr der LokfĂŒhrer los. Der in der TĂŒr 4 des fĂŒnftletzten Wagens eingeklemmte Zugchef wurde mitgeschleift und dabei tödlich verletzt.“

Der frĂŒhere Abfahrtsprozess, der den Versand der Abfahrerlaubnis per SMS bereits vor dem Einstieg des Zugchefs in den Wagen vorschrieb, habe zudem zum Unfall beigetragen, schreiben die Unfallermittler in ihrem Bericht.

SicherheitsverfĂŒgungen

Das BAV hat der SBB auf Empfehlung der Untersuchung durch die SUST SicherheitsverfĂŒgungen erlassen: Auf dieser Grundlage ersetzt die SBB das Einklemmschutzsystem bei den Ă€lteren Wagentypen, damit kĂŒnftig ein Einklemmen von Personen und GegenstĂ€nden verhindert wird. Bis 2023 soll dies bei den EW-IV-Wagen der Fall sein, danach werden die Anpassungen auch auf die Wagenflotten des Typs Eurocity und IC Bt4 ausgeweitet.


red