Erstzulassung für den neuen Mireo von Siemens Mobility – Neufahrzeuge starten bald in den Fahrgastbetrieb

Foto: Siemens Mobility

Wie der Bahntechnikhersteller Siemens Mobility mitteilt, hat der neue Zugtyp Mireo seine Erstzulassung in nur 38 Monaten erhalten. Ab dem 14. Juni ist die Betriebsaufnahme der Neufahrzeuge vom Typ Mireo und Desiro-HC für das Netz Rheintal geplant.

Das Verkehrsministerium Baden-Württemberg hat im Februar 2017 für den Betrieb durch DB Regio insgesamt 24 Mireo-Züge und 15 Doppelstockzüge Desiro-HC bestellt. Dies war die erste Bestellung für Fahrzeuge der neuen Mireo-Regionalzugplattform von Siemens Mobility. Nach Angaben des Herstellers hat der Mireo seine Zulassung termingerecht vom Eisenbahn-Bundesamt erhalten. Ziel sei nun, die Mireo-Züge pünktlich ab Mitte Juni als Regionalbahn (RB) auf der Strecke Offenburg – Freiburg – Basel/Neuenburg (Rhein) sukzessive einfließen zu lassen.

Landesverkehrsminister Winfried Hermann sagte: „Das neue Angebot auf der Rheintalbahn macht den regionalen Schienenverkehr in der Region noch attraktiver und bietet einen Anreiz, das klimafreundliche Verkehrsmittel Bahn stärker zu nutzen. Dies ist ein weiterer Baustein in der Politik des Landes, Baden-Württemberg zum Wegbereiter einer nachhaltigen Mobilität zu entwickeln.“

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann konnte den ersten Mireo-Zug vor einigen Monaten im Prüf- und Validationcenter von Siemens bereits selbst testen. | Foto: Siemens Mobility

„Wir freuen uns, dass unsere Fahrgäste ab Mitte Juni in neuen Zügen sehr viel schneller als bisher im Nahverkehr zum Ziel kommen. Mit einem attraktiven Verkehrskonzept verbinden wir Nordbaden von Karlsruhe bis in die Schweiz“, so David Weltzien, Vorsitzender der Regionalleitung DB Regio Baden-Württemberg.

Sabrina Soussan, CEO Siemens Mobility: “Der neue Mireo-Zug, der Wirtschaftlichkeit mit Nachhaltigkeit über den gesamten Lebenszyklus des Zuges vereinbart, ist ein Erfolgsprojekt für Siemens Mobility. Der Zug hat seine Erstzulassung termingerecht zur Betriebsaufnahme erhalten und Siemens Mobility hat seit dem Launch bereits den Zuschlag für insgesamt sieben Mireo-Flotten sowie sechs Desiro-HC-Flotten bekommen. Wir freuen uns, dass unsere Mireo- und Desiro-HC-Züge den Fahrgastkomfort und die Kapazität der Rheintalbahn verbessern werden.“

Neben den 24 Mireo-Zügen werden auch 15 neue Desiro-HC-Doppelstockzüge von Siemens Mobility auf der Strecke Karlsruhe – Offenburg – Freiburg – Basel als Regionalexpress verkehren. Somit wird das Zugangebot im Rheintal gänzlich neu strukturiert: Es besteht dann eine klare Trennung zwischen einem schnellen Zugsystem für den überregionalen Verkehr zwischen den großen Orten und einem S-Bahn-ähnlichen Regionalzugsystem mit Halt an allen Stationen.

Der Mireo ist als skalierbarer Gliederzug konzipiert. Alle technischen Komponenten wurden nur unterflur oder auf dem Dach eingebaut, so dass viel Raum für den Komfort der Fahrgäste genutzt wird. Die dreiteiligen Züge verfügen über 220 Sitzplätze sowie eine ausreichende Anzahl an Mehrzweckbereichen.

Der Doppelstockzug Desiro-HC zeichnet sich besonders durch seine bereits bewiesene Zuverlässigkeit und seine sehr große Verfügbarkeit aus, teilt Siemens mit. Zudem sei der Zug bei den Fahrgästen wegen seiner großen Kapazität und seines Komforts sehr beliebt.

Neufahrzeug vom Typ Desiro-HC | Foto: Siemens Mobility

Siemens Mobility habe den Mireo und den Desiro-HC so konzipiert, dass sie besonders umweltverträglich sind. Durch den Einsatz einer Leichtbauweise wiegen die Fahrzeuge rund 25 Prozent weniger. Laut Herstellerangaben nutzen der Mireo und der Desiro-HC die eingesetzte Energie optimal und erreichen durch modernste Konstruktionsprinzipien eine Reduktion des Energieverbrauchs von bis zu 25 Prozent im Vergleich zu am Markt befindlichen Fahrzeugen mit gleicher Kapazität. Außerdem seien die Neufahrzeuge wartungsfreundlich entwickelt.

Der Mireo und der Desiro-HC wurden vor der Inbetriebnahme im Prüf- und Validationcenter in Wegberg-Wildenrath intensiv getestet. Während des Einsatzes im Fahrgastbetrieb erfassen beide Zugtypen alle relevanten Daten für Diagnose, Wartung und Fahrzeugsteuerung, die an die Zentrale gesendet werden. Dadurch sei eine frühzeitige und vorausschauende Instandhaltung der Züge möglich, wodurch wiederum Fahrzeugausfälle vermieden werden sollen.


red/pm